Währungspolitik
China könnte schon dieses Wochenende die Zinsen erhöhen

Seit einiger Zeit bereitet China die Märkte auf eine Zinserhöhung vor, mit der die Notenbank eine Überhitzung der Wirtschaft verhindern will. Nun berichtet eine renommierte, offizielle Fachzeitschrift in Peking, dieser Schritt könne bereits an diesem Wochenende vollzogen werden.
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HB NEW YORK. Die chinesische Zentralbank könnte ihre Zinsen an diesem Wochenende erneut anheben. Dies berichtet das offizielle China Securities Journal auf seine Titelseite. Die Zeitung berichtet, dies könne vor der Veröffentlichung der nächsten Konjunkturindikatoren passen, die für Montag angesetzt sind. Die Zeitung hat mit Vorhersagen von geldpolitischen Maßnahmen der Pekinger Zentralbank in der Vergangenheit oft richtig gelegen. Seit Tagen halten sich Spekulationen, eine Zinserhöhung könnte bevorstehen. An den beiden chinesischen Börsen in Shanghai und Hongkong gaben die Kurse gestern aus Furcht vor einer restriktiveren Geldpolitik nach.

Das Politbüro der Kommunistischen Partei Chinas hatte zuletzt mitgeteilt, man werde im kommenden Jahr werde Peking zu einer "vorsichtigen Geldpolitik" übergehen von der "relativ lockeren", die gegenwärtig betrieben werde. Damit wird der Fokus der Geldpolitik verstärkt auf die Bekämpfung der Inflation gerichtet und nicht mehr ausschließlich auf die Förderung des Wirtschaftswachstums. Peking hatte bereits vor einigen Monaten Schritte zur Eindämmung der Immobilienspekulation und der Inflation eingeleitet.

Im Oktober hob die Notenbank erstmals seit fast drei Jahren den Leitzins wieder an, im November wurde zweimal der Satz für die Mindestreserveanforderungen der Banken erhöht. Zudem wurden im November Preiskontrollen unter anderem für Lebensmittel angekündigt. Die geldpolitischen Maßnahmen Pekings waren teilweise von Kapitalmarktturbulenzen begleitet. China gilt derzeit als Weltkonjunkturlokomotive. Einige Investoren fürchten, die Pekinger Regierung könnte das Wachstum zu sehr dämpfen.

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  • Die Maßnahmen kommen zu spät und sind zu schwach. 60% der chinischen Wirtschaft hängt von Kapitalinvestitionen ab, in Dubai waren es auf der Höhe der blase gerade mal 30%, in Japan 48%.
    in den nächsten drei Jahren, wird sich das Wachstum in China halbieren oder noch stärker zurückgehen.
    http://www.telegraph.co.uk/finance/comment/ambroseevans_pritchard/8182605/Chinas-credit-bubble-on-borrowed-time-as-inflation-bites.html

    Darüberhinaus hat der Nachfolger von Hu Jintao, Li Keqiang, sogar zugegeben, dass man chinesischen biP Zahlen nicht trauen kann.
    http://www.reuters.com/article/idUSTRE6b527D20101206

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