„Wäre eine Katastrophe“
Merkel fürchtet die Rückkehr der Euro-Krise

Verpflichtungen in Europa müssen eingehalten und Reformen umgesetzt werden, mahnt Kanzlerin Merkel. Ohne dabei die Problemländer der Euro-Zone zu nennen. Außenhandels-Präsident Börner wird da deutlicher.
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BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor einer Rückkehr der Euro-Krise gewarnt. „Ein Wiederaufflammen der Euro-Krise wäre in der allgemeinen weltpolitischen Lage eine Katastrophe“, sagte Merkel am Mittwoch auf dem Unternehmertag des Außenhandelsverbandes BGA in Berlin. „Wir sind (...) noch nicht an dem Punkt, wo wir sagen können, wir haben die Krise schon vollständig hinter uns gelassen.“ Sie mahnte die Euro-Partner, Verpflichtungen bei der Verschuldung einzuhalten.

Auch BGA-Präsident Anton Börner warnte, ein Wiederaufflammen der Euro-Krise wäre fatal. Die Regierung forderte er auf, gegenüber den Krisenländern in der Euro-Zone hart zu bleiben. Geld drucken und Schuldenmachen seien kein Weg zu mehr Wettbewerbsfähigkeit. Börner kritisierte Frankreich: „Wenn das Land nicht aus dem Abwärtsstrudel herausfindet, ist der Euro und damit Europa in Gefahr.“ Vor allem der Bundesregierung komme die undankbare Aufgabe zu, „unsere französischen Freunde weiter zu Reformen aufzurufen“.

Merkel betonte, nachhaltiges Wachstum sei nur auf Grundlage solider Haushalte möglich. Es gehe auch um Glaubwürdigkeit der Europäischen Union. Gemeinsame Absprachen und Verpflichtungen müssten erfüllt werden. „Und das kann schlussendlich nur durch die Mitgliedstaaten selber stattfinden.“ Es liege in der Verantwortung eines jeden Landes, seine Hausaufgaben für mehr Wettbewerbsfähigkeit zu machen.

Zuvor hatte die französische Regierung angekündigt, dass sie das Haushaltsdefizit in Folge der schwachen Wirtschaft in kleinen Schritten abbaut. Die EU-Vorgaben zur Neuverschuldung sollen erst 2017 wieder eingehalten werden. Regierungssprecher Steffen Seibert wollte sich zu den Pariser Haushaltsplänen nicht äußern. Es sei Aufgabe der EU-Kommission, die Pläne genau zu prüfen.

Mit Blick auf die Konjunktur sagte Merkel, im Augenblick seien die Wachstumsraten „eher etwas nach unten ausgerichtet“. Deshalb seien auch große Anstrengungen nötig, um 2015 einen ausgeglichenen Bundeshaushalt ohne neue Schulden vorzulegen.

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  • Wie sagen das so schön die Dakota Indianer: "Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!", aber bei EU und dem Euro siegt nicht die Vernunft, nicht die Schadensbegrenzung, sondern die Ideologie und das Festhalten an einer Sache, die offensichtlich von Anfang an so nicht funktionieren konnte.

    Worauf will uns die Kanzlerin mit Ihren Worten jetzt vorbereiten? Wer glaubt denn, dass die EU-Krise zu irgendeinem Zeitpunkt vorbei war, oder dass in den Nehmerländern der EU die Reformen durchgeführt wurden?

    Die Ökonomen, welche sich um unsere Volkswirtschaft sorgen, die Materie kritisch beurteilen und der Politik nicht nach dem Mund reden, kommen doch in den Medien fast schon gar nicht mehr vor. Wahrscheinlich ist die Wahrheit so schlimm, dass man sie am liebsten unter den Teppich kehrt, aber was, wenn dort kein Platz mehr ist?

    Ich hoffe, dass unsere verantwortlichen Politiker, die uns so ausgeliefert haben, ihre Quittung spätestens bei der nächsten Wahl bekommen, denn die Enteignung der Kleinsparer und Rentner geht weiter, die Infrastruktur geht den Bach herunter, und die anderen gesellschaftlichen Probleme, die man uns aktuell so mutwillig beschert und noch immer nach mehr schreit, damit unsere Lebensumstände verschlechtert und uns ausplündert, kommen noch oben drauf.

    Leider fehlen uns die Parteien der Vernunft, die sich erst fragen, was für das eigene Volk gut ist. und ich bewundere D. Cameron für seine aktuelle Kampfansage, unter der Voraussetzung, dass es nicht nur heiße Luft ist vor der Wahl.

  • wenn Frau Merkel das jetzt so sieht, scheint es noch schlimmer zu sein, als man so wie so vermuten mußte. Wird es nächstes Jahr schon den großen Knall geben?

  • Gefahr im Verzuge
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    Börner kritisierte Frankreich: „Wenn das Land nicht aus dem Abwärtsstrudel herausfindet, ist der Euro und damit Europa in Gefahr.“ Vor allem der Bundesregierung komme die undankbare Aufgabe zu, „unsere französischen Freunde weiter zu Reformen aufzurufen“.

    Das interessiert aber "La Grande Nation" nicht im geringsten. Sie leben weiterhin auf Pump, versprechen weitere Wohltaten und hoffen auf Goldman Sachs-Draghi.
    Er wird mit der Bazooka die Märkte mit Geld fluten und uns die Schrottpapiere abkaufen.

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