Was Experten zum leichten Rückang des Ifo-Index im Mai sagen
Analysten zeigen sich etwas überrascht

Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Mai leicht gesunken. Die befragten Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage geringfügig schlechter, während sie etwas optimistischer in die Zukunft blickten.

HB MÜNCHEN. Der Ifo-Index sank auf 96,1 von 96,3 Punkten, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Dienstag mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit diesem Rückgang gerechnet und sagten in ersten Reaktionen:

Stefan Schilbe, HSBC Trinkaus & Burkhardt:
„Angesichts des hohen Ölpreises ist der Anstieg der Ifo-Erwartungskomponente überraschend. Wenn von dort in den nächsten Wochen keine Entspannung kommt, könnte sich das im nächsten Ifo-Index niederschlagen. Die Ifo-Daten sind ein Ausdruck dafür, dass es in der deutschen Wirtschaft noch recht unrund läuft. Die Binnennachfrage ist weiterhin schwach, die Impulse kommen vor allem aus den USA und Asien.“

Uwe Angenendt, ING BHF-Bank:
„Das ist angesichts der sehr hohen Rohstoffpreise wie erwartet. Dank ihrer Wirkung auf den privaten Konsum wird die Inlandsnachfrage wahrscheinlich weiterhin schwach bleiben. Für den Export haben wir aber weiter eine sehr günstige Situation. Insgesamt dürfte sich der Ifo-Index im Laufe des Jahres eher aufwärts bewegen. Wir denken, dass ein BIP-Wachstum von zwei Prozent in diesem Jahr durchaus erreichbar ist.“

Jörg Krämer, Invesco Asset Management:
„Das Ifo-Geschäftsklima ist etwa so ausgefallen wie erwartet. Es ist nach wie vor kein Abschwungsignal da. Die Erwartungskomponente - das ist die eigentliche Überraschung - ist anders als beim ZEW-Index nicht gefallen, trotz des gestiegenen Ölpreises und der schwachen Aktienmärkte. Offensichtlich läuft die Anfang 2004 begonnene Normalisierung der zuvor auf übertriebene Niveaus gestiegenen Geschäftserwartungen aus. Die Lagebeurteilung ist etwas gefallen, allerdings war sie im Monat zuvor kräftig angestiegen und zeigt seit dem Frühjahr 2003 ohnehin nach oben. Der Aufschwung wird sich fortsetzen, aber die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Im zweiten Quartal wird sich der Anstieg des BIP wohl abschwächen von 0,4 Prozent im ersten auf dann 0,3 Prozent zum Vorquartal.

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