Wechsel: Sarrazin – Neuzugang in der Bundesbank

Wechsel
Sarrazin – Neuzugang in der Bundesbank

Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin gilt als aussichtsreicher Kandidat für den Vorstand der Deutschen Bundesbank. Fachlich gibt es gegen Sarrazin kaum Bedenken - und auch Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit dürfte dem SPD-Politiker keine Träne nachweinen.

FRANKFURT. Die Anzeichen verdichten sich, dass der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) zum 1. Mai in den Vorstand der Deutschen Bundesbank wechseln wird. Die Personalie dürfte bereits am 19. Februar auf der Agenda des Finanzausschusses des Bundesrates stehen. Nach dem Beschluss der Länderfinanzminister von Februar 2003 sind Berlin und Brandenburg an der Reihe, einen Nachfolger für Hans Reckers (CDU) zu benennen, der Ende April turnusgemäß aus dem Bundesbank-Vorstand ausscheidet. Von seiner Wiederernennung durch Bundesländer mit einer rot-roten beziehungsweise rot-schwarzen Regierungskoaliton ist nicht auszugehen.

Unter den SPD-regierten Ländern herrscht dem Vernehmen nach bereits Einvernehmen über die Benennung von Sarrazin. Bei den CDU-regierten Ländern sei eine Entscheidung noch nicht gefallen, heißt es. Allerdings war im Frühjahr 2007 der Kandidat Baden-Württembergs, Rudolf Böhmler (CDU), vom Bundesrat einstimmig benannt worden. Dass die unionsregierten Länder jetzt im Gegenzug den Vorschlag von Berlin-Brandenburg stoppen werden, gilt als unwahrscheinlich. Dass der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, Sarrazin keine Träne nachweinen würde, ist ein offenes Geheimnis. "Einen eleganteren Weg, ihn loszuwerden, gibt es nicht", verlautet aus der Bundeshauptstadt.

Fachlich dürfte es gegen Sarrazin kaum Bedenken geben. Der promovierte Volkswirt hat den Ruf, sachlich breit aufgestellt und solide zu sein. Zu seinen Verdiensten zählt die erfolgreiche Privatisierung der Berliner Bank, die sich 2006 vor allem durch einen günstigen Zeitpunkt auszeichnete.

Von seinem Alter her genügt Sarrazin soeben noch den Anforderungen für das Bundesbank-Direktorium. Er wurde am 12. Februar 1945 geboren, wird also in Kürze 63 Jahre alt. Nach den Usancen der Bundesbank soll ein Vorstandsmitglied nicht länger als bis zu einem Alter von 68 Jahren im Amt sein. Bei einer Mindestamtsdauer für Vorstände von fünf Jahren wäre diese Bedingung gerade noch erfüllt.

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