Wechselkursverluste
Euro-Krise beschert der Schweizer Notenbank hohe Verluste

Die Euro-Krise zehrt nicht nur an der Substanz der Europäischen Zentralbank. Auch die Schweizer Nationalbank (SNB) geht erhebliche Bilanzrisiken ein. Interventionen haben der Nationalbank in den ersten drei Quartalen Wechselkursverluste in Höhe von mehr als 21 Milliarden Franken beschert. Unter dem starken Franken leidet auch die Konjunktur.
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ZÜRICH. Auf 260 Milliarden Franken sind allein die Währungsreserven angewachsen, ein großer Teil davon sind Euro. "Das Wechselkursrisiko ist nun klar unser bedeutendstes Risiko", sagte Vizepräsident Thomas Jordan in Zürich.

Grund für die massiven Devisenkäufe der SNB ist der starke Wertzuwachs des Schweizer Franken. Die eidgenössische Währung hat gegenüber dem Euro in diesem Jahr um 16 Prozent zugelegt und erreichte am vergangenen Dienstag mit einem Wechselkurs von knapp 1,28 Franken einen neuen Höchststand. Die SNB stemmte sich bis Juni mehr oder weniger erfolglos gegen die Aufwertung, um einerseits das Risiko eines allgemeinen Preisrückgangs (Deflation) zu verringern und andererseits den Schweizer Exportunternehmen das Leben auf den Weltmärkten zu erleichtern. Ein starker Franken verteuert Schweizer Produkte im Ausland.

Die Interventionen haben der Nationalbank in den ersten drei Quartalen Wechselkursverluste in Höhe von mehr als 21 Milliarden Franken beschert. Vor allem durch den Anstieg des Goldpreises konnte der Bilanzverlust auf 8,5 Milliarden Franken gedrückt werden. Zwar habe es auch früher schon große Ertragsschwankungen gegeben, sagte Jordan. "Aufgrund des höheren Bilanzvolumens ist künftig aber damit zu rechnen, dass die Ertragsschwankungen noch bedeutender werden." Jordan hofft, dass sich die Währungsrisiken mit der Zeit "glätten", und vertraut ansonsten auf die Rückstellungen der SNB.

Der starke Franken bringt nicht nur die Notenbanker ins Schwitzen. Auch die Konjunktur leidet. Nach Angaben von SNB-Präsident Philipp Hildebrand erwartet die Nationalbank für das laufende Jahr zwar noch ein Wachstum der Schweizer Wirtschaft von 2,5 Prozent. 2011 soll das Plus aber um einen vollen Prozentpunkt geringer ausfallen. "Falls sich die Anspannungen (auf den Finanzmärkten) verschärfen und die wirtschaftliche Entwicklung in der Euro-Zone belasten sollten, würde auch die Schweizer Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen", sagte Hildebrand. Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten beließ die Nationalbank die Leitzinsen in einem Korridor von 0 bis 0,75 Prozent.

Hildebrand rechnet ab 2012 mit ansteigenden Inflationsraten und glaubt deshalb nicht, dass die expansive Geldpolitik über den gesamten Prognosehorizont bis 2013 weitergeführt werden kann. Analysten schließen jedoch auf absehbare Zeit eine Zinserhöhung in der Schweiz aus. "Bevor sich die Lage in der Euro-Zone nicht entschärft hat, wird die SNB ihre Zügel nicht anziehen", sagte Alexander Koch, Ökonom bei der Bank Unicredit.

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.
Torsten Riecke
Handelsblatt / International Correspondent

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  • Die bilanz der Schweizerischen Nationalbank wird innert Kürze implodieren, zusammenfallen, verpuffen. Die Schweiz endet wohl wie das EU-Musterbeispiel irland im Staatsbankrott, denn insbesonders die Nationalbank hat folgende schwerwiegenden Fehler begangen:
    1. 1992 vergassen unsere Politiker dem Stimmvolk mitzuteilen, dass wir unser Gold verkaufen müssen, weil in den Statuten des iWF eine Goldbindung der Währung VERbOTEN ist.
    2. bei der Nationalbank ist das Geld locker, wenn es ins Ausland geht. 10 Mia Kredit Ende 2009 an Polen. Auslandguthaben gegenüber Ostländern werden zu grossen Ausfällen führen. Die bilanz müsste entsprechende Rückstellungen ausweisen, das wird leider derzeit vergessen, obwohl JEDER bürger weiss, dass Polen NiE diese Schulden an uns bezahlt.
    3. 270 Milliarden Devisenvorräte gegen Schweizer Franken bedeuten, dass pro Rappen, welcher der Euro gegen uns verliert, die Nationalbank 1,5 Milliarden Verlust einfährt.
    4. Die Nationalbank hat im Zeitraum 1850-2009 rund 50 Milliarden Reserven angehäuft.
    ich rechne kurz nach, wohin das Geld gegangen ist oder demnächst geht:
    - 21 Mia Devisenverlust im 3. Quartal 2010
    - 10 Mia Uneinbringliches Darlehen an Polen 2009
    - 6 Mia iWF-beitrag der Schweiz an Griechenland
    - 18 Mia iWF-beitrag der Schweiz an irland
    - 12 bis 80 Mia geschätzter Devisenverlust im Q4/10
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    - 67 Mia Abgänge.
    Herr Hildebrand versteht die Kunst, Geld aus leeren Kassen zu nehmen, das ist keine Problem. Als Junger Oekonom glaubt er langfristig an eine Erholung vom Euro und US-Dollar, aber das ist leider sehr unwarscheinlich. Die USA freut es, dass mit der Eurokrise von der Tatsache abgelenkt wird, dass der US-Dollar noch viel weniger wert ist, als ein Euro.

    Somit weist die Nationalbank nach dieser Rechnung eine Unterbilanz aus und die nötigen Schritte zur Liquidation wären einzuleiten. Aber da es sich um ein spezialrechtliches juristisches Gebilde handelt, ist sie realistisch gesehen bereits heute bankrott und was auf alle anderen privatrechtlichen Firmen in der Schweiz zutrifft, muss sie nicht kümmern.

    Ob das Gold der Nationalbank, das teilweise in den USA gelagert wird, noch dort ist, das hat man in den letzten 40 Jahren NiE überprüft, wir sind GUTE Menschen und daher von Natur aus Gutgläubig.

    Werden die Verluste dann öffentlich, wird man dem Schweizer Volk den Zusammenschluss mit den anderen bankrotten Staaten empfehlen.
    Aber:
    Der steinige Weg der Schweiz aus diesen Problemen im Alleingang ist die einzige Alternative, die uns bleibt, wenn wir unsere mit blut und Kriegen erkämpfte Freiheit behalten wollen.

    Was kann der Einzelne tun, werde ich oft gefragt. Letztlich lauten die Stichworte: Krisenvorsorge, vielleicht auch Auswanderung.

    Dass unsere Regierungen uns immer die Wahrheit sagen, das können wir am besten überprüfen an:
    1. beim Swissair Debakel wurden 2 Mia in die Firma gesteckt um das langfristige Ueberleben sicherzustellen, innert 3 Jahren die Firma für 70 Millionen ins Ausland verkauft
    2. bei UbS-Skandal wurde laufend beteuert, diese Firma könne Nie und Nimmer konkurs gehen, nachdem man ca. 20 Mia reingesteckt hatte, beteuerten alle, das wäre nötig gewesen, um den Konkurs abzuwehren.
    3. ich vertraue deshalb allen Regierenden, Sie arbeiten hart, verstehen viel von der Sache und sprechen immer die Wahrheit und führen das Volk nie an der Nase herum.

    Dass im Jahre 1928 ein brot in berlin 2000 Milliarden gekostet hat, wissen heute nur wenige. 1911 waren 20 Goldmark noch ein 20-er Schweizer Vreneli wert. Das Gold musste damals verboten werden.

    Soll also die SNb weiterhin intervenieren und von mir aus pro Einwohner 20 Milliarden Euros kaufen, wir können dann 4.000 Jahre lang die Schulden abstottern. Oder glauben Sie, das geht schneller ?
    Währungsreformen lassen grüssen, wo ihr Geld auf der bank im Verhältnis 1000:1 umgewandelt wird, ihre Schulden aber im Verhältnis 5:1 in eine neue Universalwährung eingeht, die auf gutem Glauben, irgendwelchen Sonderziehungsrechten und viel blah blah aber ohne Golddeckung basiert.

    ich wünsche eine sorgenlose Weihnachtswoche.

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