Wegen Arbeitsmarktreformen
IfW: Deutschland droht Stagnation

Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Dennis Snower, warnt vor einer Verlängerung des Arbeitslosengeldes."Eine verlängerte Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I führt im jetzigen System zu mehr Arbeitslosigkeit von älteren Beschäftigten", sagte Snower im Gespräch mit dem Handelsblatt.

HB BERLIN. Deutschland befindet sich nach den Worten des IfW-Präsidenten an einem Scheideweg. Eine Abkehr von der Agenda 2010 hätte auch ökonomisch schwerwiegende Konsequenzen. "Wenn die Große Koalition diesen Reformweg verlässt, droht Deutschland im nächsten Abschwung in eine Stagnation abzurutschen. Die Wahrscheinlichkeit dafür sollte nicht unterschätzt werden", sagte Snower weiter.

Die entscheidende Frage sei, ob die Regierung den Wohlfahrtsstaat mehr an Beschäftigung oder mehr an Alimentation knüpfen wolle. "Wenn die Alimentation der Bürger ausgeweitet werden soll, müssen auf Dauer immer weniger Beschäftigte für immer mehr Transferempfänger arbeiten. Das wird enorm an der Wachstumsfähigkeit Deutschlands zehren", sagte Snower. Den Bürgern müsse klargemacht werden, dass "wir uns langfristig ökonomisch vernichten, wenn der Staat Geld ausgibt, ohne auf Effizienzkriterien zu achten". Dann würde der Wähler auch merken, dass eine Verlängerung des Arbeitslosengeldes I im jetzigen Transfersystem absolut schädlich sei, so der IfW-Präsident.

Solange die Konjunktur robust läuft, sollte die Regierung nach Ansicht Snowers besser alles dafür tun, um ihre Reformagenda in Richtung mehr Beschäftigung fortzusetzen. Dazu zähle beispielsweise die Vergabe von Einstellungsgutscheinen an alle Langzeitarbeitslosen, besonders an Minderqualifizierte. Dadurch würde die Einstellung dieser Arbeitnehmer billiger werden, und sie bekämen bessere Beschäftigungschancen.

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