Wegen hoher Ölpreise
EU wird Wachstumsprognose für 2005 senken

Wegen der hohen Ölpreise wird die Europäische Kommisision ihre Wachstumsprognose nach den Worten von Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquin Almunia wegen für das kommende Jahr senken.

HB BRÜSSEL. „Es ist offensichtlich, dass der Ölpreisanstieg und das allgemeine wirtschaftliche Umfeld auf ein geringeres Wachstum im kommenden Jahr hindeuten. Also werden unsere Prognosen nach unten revidiert“, sagte Almunia am Mittwoch in Brüssel. Die Kommission veröffentlicht ihre Herbstprognose am Dienstag. Im April hatte die Kommission für die Euro-Zone ein Wachstum von 1,7 Prozent in diesem und 2,3 Prozent im kommenden Jahr vorhergesagt. Für 2004 dürfte die Prognose auf rund zwei Prozent steigen, hatte Almunia vergangene Woche in Aussicht gestellt.

Am Mittwoch äußerte sich der Währungskommissar besorgt über die Folgen der hohen Ölpreise für Wachstum und Inflation: „Wenn diese Preise sich auf dem jetzigen Niveau um 50 Dollar pro Barrel halten, wird das klare Auswirkungen haben sowohl auf das Wirtschaftswachstum als auch auf das Preisniveau in der Zukunft.“ Die Kommission geht davon aus, dass eine Verteuerung des Öls um zehn Dollar das Wachstum pro Jahr um 0,2 Prozentpunkte verringert und die Teuerungsrate um 0,2 Prozentpunkte nach oben treibt.

Auf dem Treffen der Finanzminister der Euro-Zone am Mittwoch in Brüssel will Frankreichs Vertreter Nicolas Sarkozy eine gemeinsame Initiative der EU-Länder ankündigen, um schädliche Folgen der Ölpreise für die Wirtschaft zu verhindern. Frankreich hat Hochseefischern und Bauern bereits Nachlässe auf die Mineralölsteuer gewährt.

Auch der europäische Arbeitgeberverband UNICE betrachtet den Ölpreis als größten Risikofaktor für seine Konjunkturprognose. Daneben könne ein weiterer Anstieg des Euro, der mit fast 1,26 Dollar derzeit nicht mehr weit entfernt ist vom Höchststand des Frühjahrs über 1,29 Dollar, die exportorientierten Unternehmen belasten. Der Verband rechnet für die gesamte EU in diesem und im nächsten Jahr mit 2,6 Prozent Wachstum.

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