Weitere Erhöhungen akzeptiert
Experten stützen EZB-Zinskurs

Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte nach vorherrschender Expertenmeinung trotz des starken Euros bis auf Weiteres mit ihrem graduellen Zinserhöhungskurs fortfahren. Ein Teil des Expertengremiums EZB-Schattenrat spricht sich sogar für eine weitere Anhebung bereits in wenigen Tagen aus.

FRANKFURT. Sechs der 19 Mitglieder im Expertengremium EZB-Schattenrat sind sogar dafür, dass die EZB bereits nächste Woche ihren Leitzins erneut um einen viertel Punkt auf vier Prozent anhebt. Die Mehrheit der übrigen signalisierte, dass sie aus heutiger Sicht einen solchen Schritt in einer der folgenden Sitzungen befürworten würde. Dem EZB-Schattenrat gehören renommierte europäische Volkswirte aus Banken, Hedge-Fonds, Versicherungen und Forschungsinstituten an. Zuletzt hat die EZB ihren Leitzins im März angehoben. Der Euro steht nahe seinem Allzeithoch zum Dollar bei etwa 1,36 Dollar.

„Die Geldpolitik taugt nicht zur Feinsteuerung des Wechselkurses“, sagte Luigi Buttiglione, Chefvolkswirt des Hedge-Fonds Fortress. Den Euro-Kurs müsse die Notenbank nur in Betracht ziehen, soweit er die Wachstums- und Inflationsprognosen beeinflusse.

Die große Mehrheit der Experten war sich einig, dass die Euro-Aufwertung in dieser Hinsicht noch nicht dramatisch zu nennen sei. Aufgrund der überraschend positiven Konjunkturdaten der letzten Wochen und Monate gebe es keine akuten Sorgen um den Aufschwung. Buttiglione rechnet sogar damit, dass die EZB im Juni ihre Wachstumsprognose für 2007 und 2008 von zuletzt 2,5 Prozent beziehungsweise 2,4 Prozent nach oben revidieren wird. Doch die Prognostiker im EZB-Schattenrat sind nicht ganz so optimistisch. Sie erwarten durchschnittlich Wachstumsraten von 2,3 beziehungsweise 2,2 Prozent.

Auch die Inflationsprognosen wurden bisher kaum von der Euro-Aufwertung der letzten Wochen beeinflusst. Sie liegen für beide Jahre bei knapp unter zwei Prozent und entsprechen damit genau dem Ziel der EZB, die Inflation „unter aber nahe bei zwei Prozent“ zu halten.

Für Stephen King, Chefvolkswirt der britischen HSBC, ist die mangelnde Reaktion kein Zufall: „Der Euroraum ist ein großer Währungsraum mit schwacher Außenverflechtung, da spielt der Wechselkurs keine große Rolle.“

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