Weltbank warnt
Asiens Volkswirtschaften schwächeln

Während Europa und die USA immer tiefer in der Krise versinken, haben immerhin noch die fernöstlichen Schwellenländer die Konjunktur gestützt. Doch nun warnt die Weltbank: Auch sie sind nicht immun.
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PekingDie Weltbank erwartet für die Schwellenländer in Ostasien eine Abschwächung der Konjunktur. „Die Wachstumsaussichten sind von globalen Unsicherheiten belastet“, sagt Bert Hofmann, Chefökonom für Asien-Pazifik bei der internationalen Organisation, in einer Telefonkonferenz aus Singapur.

Europäische Banken und Investoren könnten weiteres Kapital aus Fernost abziehen, da sie eigenen Finanzlöcher zu stopfen haben. Auch Bestellungen aus den USA für die Ausfuhrwirtschaft werden vermutlich in nächster Zeit nicht nennenswert zurückkommen. „Das Wachstum ist derzeit immer noch stark, aber wir erwarten eine Abschwächung“, fasst Hofmann zusammen.

Zugleich gibt es auch reichlich Hoffnungszeichen. Die Staaten in Fernost haben längst vorgesorgt und sich Finanzpolster in Form großer Währungsreserven angelegt – auch ein noch so großer Kapitalabfluss wird sie voraussichtlich nicht ins Wanken bringen.

Außerdem steigt vor allem in China die Binnennachfrage: Die wachsende Mittelklasse leistet sich immer mehr schöne Sachen wie Autos oder eine schöne Ausstattung der Wohnung. „Chinas Anteil an den weltweiten Importen ist gewachsen“, sagt Weltbank-Ökonom Hofmann. „Es wird zu einer immer wichtigeren Quelle für die globale Nachfrage.“

Eine große Sorge bleibt jedoch die Lage in Europa – ein wichtiger Handelspartner und Finanzier der asiatischen Staaten. In Asien verlieren die Aktienmärkte an Wert, da immer mehr Anleger ihr Geld abziehen. Schwellenländer-Investments gelten ohnehin als riskant. In unsicheren Zeiten schichten die Anleger lieber in sicherere Alternativen zum.

Für da laufende Jahr erwartet die Weltbank für die Schwellenländer Ostasiens ein Wachstum von 8,2 Prozent, das hauptsächlich von China getragen wird. Im kommenden Jahr wird der Wert der internationalen Finanzeinrichtung zufolge auf 7,8 Prozent abnehmen.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking

Kommentare zu " Weltbank warnt: Asiens Volkswirtschaften schwächeln"

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  • und immer noch erhält China von dieser dreisten Merkel Entwicklungshilfe. Diese Frau ist Weltmeisterin im Rausschmeissen von deutschem Geld
    Abe kalr, die Chinesen sind ja ein sozialistisches Freundesvolk

  • Angst vor dem Crash: Reiche Chinesen flüchten in den Westen
    Die wirtschaftliche Lage in China ist offenbar weit dramatischer als von der Regierung zugegeben. Ein Indiz: Reiche Chinesen verlassen das Land fluchtartig. Sie haben bisher vom System profitiert und fürchten offenbar den baldigen Zusammenbruch.

    Nach einer Untersuchung der Bank of China und dem Verleger der Top-Reichen-Liste Hurun haben bereits 60% aller reichen Chinesen damit begonnen, ihre Auswanderung vorzubereiten oder sind bereist ausgewandert. Einem Bericht der FT zufolge kaufen sie im Moment alles, was ihnen die gewünschte Lebensqualität bietet: Schlösser in Frankreich, Cottages in der Karibik oder Penthäuser in Manhattan. Der Grund: Die Korruption greift wie ein Krebsgeschwür um sich.
    Dass sich nun auch die Partei-Eliten absetzen ist für Gordon Chang ein Beleg, dass Wirtschaft und Gesellschaft vor dem Kollaps stehen: „Die Behörden bekommen die Korruption nicht in den Griff.“ So machen sich nun jene „Leistungsträger“ aus dem Staub, die das System erst geschaffen und dann am meisten von ihm profitiert haben. Was bleibt, ist eine immer aggressivere Bevölkerung, die sich mit explodierenden Lebensmittelpreisen, einem nicht funktionierenden Gesundheitssystem und dem Anblick von gigantischen Geisterstädten nicht abfinden will.
    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/11/32795/

  • "Außerdem steigt vor allem in China die Binnennachfrage: Die wachsende Mittelklasse leistet sich immer mehr schöne Sachen wie Autos"

    Stimmt doch überhaupt nicht. Der Autoabsatz in China stagniert.
    Blick auf den Chart:

    http://www.querschuesse.de/solide-pkw-verkaufe-in-china-im-oktober/

    die Wachstumsjahre sind demnach vorbei.
    ... und der Exportrückgang ist dort noch gar nicht angekommen - die großen Sparpakete des Westens noch nicht in Fahrt ...

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