Welteke-Affäre
Das Finanzministerium wehrt sich

Beim Bundesfinanzministerium ist man empört darüber, dass Medien über eine unmittelbare Rolle des Finanzministers bei der Ablösung Ernst Weltekes spekulieren. Gleichzeitig wurde das Verhalten Weltekes erneut heftig kritisiert.

HB BERLIN. Das Bundesfinanzministerium hat Berichte einiger Zeitungen als bösartig und abwegig zurückgewiesen, es selbst betreibe die Ablösung von Bundesbank-Präsident Ernst Welteke.

„Die Unterstellungen und Gerüchte, das Bundesfinanzministerium habe die Demission Weltekes selbst betrieben, sind eine bösartige und abwegige Darstellung“, sagte Ministeriumssprecher Jörg Müller am Dienstag in Berlin. Unrichtig seien auch Vorwürfe von Unionspolitikern, Finanzminister Hans Eichel (SPD) wolle die Stellung der Bundesbank und ihre Unabhängigkeit untergraben. Müller nannte dies frei erfundene Unterstellungen.

Zugleich kritisierte das Ministerium aber erneut das Verhalten Weltekes, der sich einen Hotelaufenthalt mit seiner Familie zu Silvester 2001 zunächst von der Dresdner Bank hatte bezahlen lassen. Der Bundesbank-Präsident müsse sich fragen lassen, ob sein Verhalten gerechtfertigt war, sagte Müller.

Die „Bild“-Zeitung hatte am Dienstag unter Hinweis auf einen Bericht der „Welt am Sonntag“ berichtet, die Informationen über Weltekes umstrittenen Hotelaufenthalt seien aus der engsten Umgebung Eichels gekommen. Verdächtigt werde Eichels Berater Klaus-Peter Schmidt-Deguelle. Das Finanzministerium versicherte, ihm gehe es in dieser Sache ausschließlich um die Aufklärung der Vorgänge um die Person Weltekes. „Wir wollen zusammen mit der Bundesbank an der Aufklärung der Vorgänge arbeiten“, sagte Müller.

Der Berater von Finanzminister Hans Eichel (SPD), Klaus-Peter Schmidt-Deguelle, wird sich möglicherweise mit juristischen Schritten gegen Vorwürfe zur Wehr setzen, er habe Informationen über den umstrittenen Hotel-Aufenthalt von Bundesbank-Präsident Ernst Welteke weitergegeben.

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