Weltkonjunktur
Südkorea investiert gegen den Abschwung

Die Regierung in Seoul stemmt sich mit einem Ausgabenprogramm gegen die Wirtschaftsflaute. Präsident Lee Myung-bak will Staatsausgaben vorziehen und hofft, dass die Konjunktur bald wieder Fahrt aufnimmt.
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TokioSüdkoreas Präsident Lee Myung-bak hat ein Faible für unkonventionelle Wirtschaftspolitik. Im Kampf gegen die hohe Inflation kündigte er diese Woche an, künftig die Namen jener Beamten zu veröffentlichen, die die Preise für wichtige Lebensmittel wie Kohl überwachen. Das soll die Kontrolleure dazu anstacheln, mit äußerster Anstrengung mäßigend auf die Produzenten einzuwirken.

Ähnlich unkonventionell und mit massivem Einsatz von Steuergeldern geht Lee nun auch bei der Konjunkturförderung vor. Gestern präsentierte Finanzminister Bahk Jae-wan den Plan, 70 Prozent der im Etat vorgesehenen Ausgaben bereits bis Ende Juni zu tätigen, 44,1 Prozent allein im ersten Quartal. Das Motiv des Staatschefs ist klar: Mit dem radikalen Ausgaben-Timing will er der Wirtschaft über die derzeitige Flaute hinweghelfen, bis in der zweiten Jahreshälfte die Weltkonjunktur wieder genug Zug entwickelt.

Tatsächlich hat sich die Lage in dem Tigerstaat deutlich verschlechtert: Im Dezember senkte die Regierung die Wachstumsprognose für 2012 von 4,5 auf 3,7 Prozent. Im vergangenen Jahr dürfte Südkoreas Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur um 3,8 Prozent gestiegen sein. In einem Land, in dem Werte von weniger als drei Prozent als Rezession gelten, klingeln da schon die Alarmglocken.

Ökonomen glauben, dass Lees Plan funktionieren kann: „Das Vorziehen der Ausgaben wird sehr wahrscheinlich die wirtschaftliche Aktivität in der nahen Zukunft ankurbeln“, meint Goohoon Kwon, Volkswirt bei Goldman Sachs. Denn die Regierung pumpt richtig viel Geld in die Wirtschaft. Lee hat den Etat für 2012 um 5,5 Prozent erhöht, um Wahlgeschenke verteilen zu können. Im ersten Quartal wird der Staat 18 Prozent mehr ausgeben als im Vorjahr. Im Dezember stehen Präsidentschaftswahlen an.

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Die Notenbank will den Leitzins später senken als geplant

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  • Dieser alternde Südkorea Präsident denkt noch in den Schablonen der 80er Jahre, als sein Land tatsächlich ein Tigerstaat (Schwellenland) war mit exorbitanten Wachstumsraten und viel Nachholbedarf in der Infrastruktur. Heute ist es eine überindustrialisierte, konsumgesättigte Wohlstandsgesellschaft mit Vollbeschäftigung und einer Infrastruktur besser als die Schweiz. Wer sich da noch über 3% Wachstum und 3% Arbeitslosigkeit aufregt, hat jedes Maß verloren. Natürlich macht er jetzt Vor-Wahlgeschenke zur Unterstützung seiner Parteifreunde, sicher wieder an die Bauindustrie, die dann mit den hart verdienten Steuergeldern die letzten Quadratmeter dieser ehemals schönen Landes zubetonieren darf. Ein Schuldenmacher ähnlich George W. Bush.

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