Weltwirtschaft Chinas Wirtschaft sendet starke Signale

Positive Konjunkturdaten aus China haben die Hoffnungen auf eine Stabilisierung der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt genährt. Das verarbeitende Gewerbe verzeichnete dank einer Zunahme der Exportaufträge im Mai erneut ein leichtes Wachstum. US-Finanzminister Geithner lobt die Maßnahmen Pekings.
  • Andreas Hoffbauer
Im Osten geht die Sonne auf: Chinas Vizepremier Wang Quishan und US-Finanzminister Timothy Geithner machen einander in der Krise Mut. Quelle: Reuters

Im Osten geht die Sonne auf: Chinas Vizepremier Wang Quishan und US-Finanzminister Timothy Geithner machen einander in der Krise Mut.

(Foto: Reuters)

PEKING. Gute Konjunkturdaten aus China haben die Hoffnung auf eine Stabilisierung der Weltwirtschaft verstärkt. Chinas verarbeitendes Gewerbe meldete am Montag dank einer Zunahme der Exportaufträge im Mai erneut ein leichtes Wachstum. Die Börsen in Schanghai und Hongkong legten daraufhin deutlich zu, andere Finanzmärkte rund um den Globus folgten diesem Trend.

Auch US-Finanzminister Timothy Geithner, der zu Besuch in Peking weilt, zeigte sich optimistisch. "Die weltweite Rezession scheint an Kraft zu verlieren, das Finanzsystem ist auf dem Weg der Besserung", sagte Geithner bei einem Vortrag an der Peking-Universität. Das sei auch auf die energischen Maßnahmen Pekings zurückzuführen. China und die USA könnten die weltweite Krise gemeinsam überwinden, wenn beide Länder zu Reformen bereit seien. "Wie erfolgreich wir in Washington und Peking sind, ist von entscheidender Bedeutung für den Rest der Welt", betonte Geithner.

Auch die Einschätzung der chinesischen Manager wird langsam zuversichtlicher. Zwar fiel Chinas offizieller Einkaufsmanagerindex (PMI) im Mai leicht auf 53,1 Punkte von 53,5 Zählern im Vormonat; er blieb jedoch über der Marke von 50 Punkten, was wiederum Wachstum signalisiert.

Auch das Marktforschungsinstitut CLSA sieht eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage im Reich der Mitte. Der CLSA-Einkaufsmanagerindex stieg im Mai auf ein Zehn-Monats-Hoch. Dies sei ein Beleg dafür, dass Chinas Industriesektor bereits auf dem Weg der nachhaltigen Erholung sei, so CLSA-Volkswirt Andy Rothman.

CLSA hat bei seiner Erhebung bereits mehr Neubestellungen ausgemacht. Dank einer gesunden Nachfrage im Inland hatten etliche Analysten ihre Wachstumsprognose für die Volksrepublik deutlich auf 7,5 Prozent angehoben. Vor drei Monaten sahen viele den Zuwachs dieses Jahr bei nur rund sechs Prozent. Im ersten Quartal hatte sich das Wachstum der drittgrößten Volkswirtschaft auf 6,1 Prozent abgekühlt, den schwächsten Wert seit fast zehn Jahren.

Allerdings warnen viele Experten vor neuen Einbrüchen. Die Hoffnung auf eine Erholung ohne Rückschläge sei unrealistisch, warnt CLSA-Analyst Rothman: "In den kommenden Quartalen ist eine gewisse Volatilität zu erwarten." Der Pekinger Finanzprofessor Michael Pettis hält zudem die Kraft der Inlandsnachfrage für übertrieben. "Es ist richtig, auf den heimischen Verbrauch zu setzen", so Pettis, "der Wandel von der Export- zur Konsumwirtschaft geht aber nicht so schnell und leicht."

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