Weltwirtschaft: Staatsschulden bleiben Gefahr für Aufschwung

Weltwirtschaft
Staatsschulden bleiben Gefahr für Aufschwung

Die Stimmung in Deutschland ist gut wie lange nicht - die Zeichen stehen auf Aufschwung. Doch die enorme Staatsverschuldung in vielen Ländern könnte die Konjunktur abwürgen.
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FrankfurtWeltweit reiben sich Experten die Augen: In Windeseile hat sich Deutschland zur Konjunkturlokomotive Europas entwickelt, ein Ende des Aufschwungs ist nicht in Sicht. Doch das könnte sich durchaus ändern. Denn nicht nur Deutschland hat den Aufschwung mit einer enormen Neuverschuldung teuer bezahlt. In ganz Europa, aber auch in Asien und Amerika haben die Staaten über ihre Verhältnisse gelebt, viele nicht erst seit Beginn der Krise. Jetzt müssen die Regierungen sparen, die Wirtschaft muss aus eigener Kraft wachsen.

Für eine Entwarnung sei es jedenfalls noch zu früh, betonte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret am Donnerstag: „Trotz der erneuerten deutschen Wachstumsstärke befinden wir uns daher nach unserer eigenen Zeitrechnung nicht etwa schon in der Post-Krisen-Ära; bei der Bundesbank sprechen wir vielmehr vom vierten Jahr der Krise.“ Sparzwänge und Steuererhöhungen im Ausland könnten auch die extrem exportabhängige deutsche Wirtschaft schwer treffen. Das gilt vor allem für die EU-Länder, in die noch immer 60 Prozent der deutschen Ausfuhren gehen.

Nach Prognosen der Bundesbank bleiben die Impulse aus Europa vorerst verhalten: „Bei einer anhaltend schwachen Bestelltätigkeit aus diesem Raum wäre ein gewisser konjunktureller Tempoverlust nicht auszuschließen.“ Sechs von zehn Vorstandschefs weltweit sehen in wachsenden Haushaltsdefiziten und steigender Staatsverschuldung eine der größten Bedrohungen für ihr Unternehmen, wie die Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers berichteten. „Der globalen Management-Elite ist bewusst, dass ein Abbau der Staatsverschuldung unumgänglich ist“, sagte PWC-Vorstand Wolfgang Wagner.

Notwendig sei aber eine Sanierung mit Augenmaß: „Zu starke Belastungen für Unternehmen und Konsumenten könnten den in vielen Ländern gerade erst einsetzenden Konjunkturaufschwung schon wieder beenden.“ Schon warnen Experten vor einer Abwärtsspirale: Denn die Europäische Zentralbank wird nach den Prognosen bald die Zügel anziehen und die Zinsen erhöhen. Damit würde sie auf die vor allem wegen steigender Energie- und Nahrungsmittelpreise anziehende Inflation reagieren. „Die erhöhte Teuerung könnte sich durchaus als hartnäckiger erweisen als bisher angenommen“, warnte Dombret.

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  • Die abwärtsspirale, ganz richtig, die kommt jetzt, nachdem Merkel u.a. sie mit verwerflicher Schuldenmacherei davonschieben wollten. Jetzt wird vieles anders werden ! Die bestellungen aus europa werden nicht nur nicht steigen, sondern langsam immer weiter fallen. dasselbe ist es bei den asiaten. teure deutsche PKW in massen zu bestellen, das wird so nicht mehr laufen. der langanhaltende abschwung wartet schon vor der Tür auf uns.

  • „Für Volkswirtschaften vor allem in Südeuropa, die sich langsam aus der Krise schleppen und unter wegbrechenden S t a a t s a u s g a b e n leiden ...“

    Liebe Redakteure, wenn sie das Wort „Staatsausgaben“ durch „Steuereinnahmen“ ersetzen, dann entspricht diese Argumentation meinen letzten Kommentaren.

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