Weltwirtschaft
Weber warnt vor Ungleichgewicht

Die Weltwirtschaft ist in Schieflage geraten. Und dieses Ungleichgewicht wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken, wenn die G20-Staaten nicht eingreifen. Das mahnt jetzt Bundesbank-Chef Axel Weber an.
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Paris/BerlinDer scheidende Bundesbank-Chef Axel Weber hat vor steigenden weltweiten Ungleichgewichten gewarnt. Es werde neue Divergenzen geben, was die Schieflagen in den Leistungsbilanzen angehe, sagte Weber am Freitag in Paris. So dürften die Überschüsse der Ölförderländer wegen des jüngsten Ölpreisanstiegs steigen. Die weltweite Wirtschaftsentwicklung sei in den vergangenen Jahren zunehmend in Schieflage geraten. Die Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20)sei das einzige Forum, dass ich um diese Probleme kümmern könne, sagte er.

Die USA forderte Weber zu stärkeren Sparanstrengungen auf

Zugleich sei der Wechselkurs in einigen Schwellenländern deutlich unterbewertet, sagte Weber. Vor allem die USA werfen China vor, den Wert der Landeswährung Yuan künstlich niedrig zuhalten, um so den Exporteuren am Weltmarkt Vorteile zu verschaffen. Auch EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark kritisierte diese Praxis und sprach sich für eine umfassende Wechselkursflexibilität aus.„Ein internationales Währungssystem mitflexiblen Wechselkursen zwischen den großen Währungsblöcken der Welt verspricht eindeutig mehr Vorteile“, betonte Stark in einem Namensartikel für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Vor allem Schwellenländer wie China müssten mit der Flexibilisierung ihrer Wechselkurse die Grundlage für ein neues stabiles Währungssystem legen. Die Reform des Weltwährungssystems ist ein Kernthema der französischen G20-Präsidentschaft in diesem Jahr. Deutschland hat dabei den Co-Vorsitz einer G20-Arbeitsgruppe inne, die Grundlagen für eine solche Neuordnung erarbeiten soll.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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