Weltwirtschaftsausblick des IWF
Untrügliche Zeichen

Die amerikanische Immobilien- und Finanzkrise zieht weltweit die Konjunktur nach unten. Auf diese Formel lässt sich die Analyse des Internationalen Währungsfonds (IWF) in seinem am Mittwoch vorgelegten Weltwirtschaftsausblick (WEO) bringen. Gleichzeitig warnt der IWF vor einer anderen Gefahr.

WASHINGTON. „Das globale Wachstum verliert angesichts der großen Finanzkrise an Tempo“, schreiben die IWF-Experten. Inzwischen gebe es sogar eine Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent, dass das globale Wachstum in diesem und im nächsten Jahr auf drei Prozent oder darunter sinken könne, was einer Rezession gleichkomme, hieß es. Am meisten betroffen sind die Industrienationen – während sich die Schwellenländer eher an den anhaltend hohen Wachstumsraten von China und Indien orientieren.

Noch im vergangenen Jahr haben diese beiden parallelen Entwicklungen das globale Wachstum mit einem Anstieg um 4,9 Prozent auf hohem Niveau halten können. Allerdings prognostiziert der IWF für 2008 nur noch ein Plus von 3,7 Prozent, da die rezessiven Tendenzen in diesem Jahr immer stärker durchschlagen werden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den USA wird nach Einschätzung des Währungsfonds im laufenden Jahr um gerade noch ein halbes Prozent wachsen (2007: 2,2 Prozent) und die Volkswirtschaft in die Phase einer „milden Rezession“ eintreten. Damit korrigierte der IWF innerhalb von nur drei Monaten seine Einschätzung aus dem Januar erneut nach unten. Anfang des Jahres hatte der Währungsfonds der amerikanischen Volkswirtschaft noch ein Wachstum von immerhin 1,5 Prozent zugetraut. Doch die jüngsten arlamierenden Nachrichten zur Finanzkrise haben diese Erwartung weiter gedämpft.

Deutschland wird nach 2,5 Prozent Wachstum 2007 im laufenden Jahr nur noch auf ein Plus von 1,4 Prozent kommen, glaubt der IWF. Die Bundesrepublik könnte damit wie Frankreich genau den Durchschnittswert für die Euro-Zone erreichen. Hart treffen wird es den Prognosen zufolge Italien. Nach 1,5 Prozent 2007 würde die italienische Volkswirtschaft im laufenden Jahr gerade noch knapp über dem Nullwachstum liegen (plus 0,3 Prozent).

Gleichzeitig warnt der IWF vor den Gefahren der Inflation. Ausgelöst durch den Anstieg der Preise für Energie und Nahrungsmittel, seien in den Industrienationen die Inflationsraten trotz der abflachenden Konjunktur weiter nach oben geklettert. In den Schwellenländern habe sich der Preiseffekt bei Nahrung und Energie noch deutlicher niedergeschlagen.

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