Weltwirtschaftsbericht
IWF: Fed soll auf höhre Zinsen vorbereiten

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird die US-Zentralbank (Fed) einem Zeitungsbericht zufolge auffordern, die Weltwirtschaft auf steigende Zinsen vorzubereiten. Auch an die Europäische Zentralbank (EZB) richtete der IWF einen Appell.

HB LONDON. Der IWF empfehle in seinem Weltwirtschaftsausblick den USA, dass „der Boden für eine künftige Straffung der Geldpolitik bereitet werden sollte“. Unter Berufung auf EU-Kreise berichtete die „Financial Times“ weiter, der IWF werde seinen Appell an die EZB verstärken, zur Konjunkturankurbelung eine Zinssenkung in Betracht zu ziehen. Zugleich werde in dem IWF-Bericht festgestellt, dass die Fed Spielraum für eine Zinserhöhung habe. „Eine wichtige Herausforderung für die Zentralbanken wird sein, ihre Absichten so eindeutig wie möglich den Märkten gegenüber zu kommunizieren“, zitiert die Zeitung aus dem Entwurf des Berichts, der am Mittwoch vorgelegt werden soll.

Bei ihrem jüngsten Treffen im März hatte die Fed den Schlüsselzins mit 1,00 Prozent unverändert auf dem niedrigsten Niveau seit 1958 belassen und zugleich ihre abwartende Haltung unterstrichen. Einige Analysten gehen nach positiven Konjunkturdaten in den USA jedoch davon aus, dass die Fed schon im August dieses Jahres die Zinsen anheben könnte.

Das größte Risiko für eine Besserung der wirtschaftlichen Aussichten liege bei der Bekämpfung weltwirtschaftlicher Ungleichgewichte, „insbesondere dem Leistungsbilanzdefizit der USA und der Überschüsse anderer Länder“, schrieb der IWF der Zeitung zufolge. „Eine ungeordnete Anpassung (der US-Defizite) - einschließlich abrupter Bewegungen beim Wechselkurs - könnte nicht ausgeschlossen werden“. Dies hätte bedeutend ernstere Effekte, mit möglichen Auswirkungen auf andere Finanzmärkte. Angesichts der schleppenden wirtschaftlichen Entwicklung in Europa werde der IWF erneut die EZB auffordern, eine Zinssenkung in Erwägung zu ziehen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf EU-Kreise. Die EZB hat sich in den vergangenen Monaten wiederholt den zunehmenden Forderungen nach niedrigeren Zinsen widersetzt und den Leitzins unverändert bei 2,00 Prozent belassen. Der EZB-Rat kommt das nächste Mal am Donnerstag zusammen.

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