Weltwirtschaftsklima-Index: Gute Laune in Westeuropa

Weltwirtschaftsklima-Index
Gute Laune in Westeuropa

Das Weltwirtschaftsklima hat sich erneut deutlich verbessert. Die gute Stimmung beflügelt laut Ifo-Indikator zunehmend auch die Konjunktur in Westeuropa. Sowohl die Urteile zur aktuellen wirtschaftlichen Lage als auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate zeigten hier deutlich nach oben.

HB BERLIN. Zum Jahresbeginn stieg der Ifo-Indikator für das Weltwirtschaftsklima sprunghaft um fast zehn Punkte auf 109,2 Punkte an, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) mitteilte. Grundlage für die Berechnung des Konjunkturbarometers ist eine Umfrage unter 1080 Experten aus 90 Ländern, die das Ifo in Zusammenarbeit mit der Internationalen Handelskammer in Paris macht. Bereits im vorangegangenen Quartal war der Weltwirtschaftsklima-Indikator deutlich gestiegen, nachdem er zuvor seit Anfang 2004 gesunken war.

Die Klimaverbesserung fußte sowohl auf einer günstigeren Beurteilung der aktuellen Lage der Weltwirtschaft als auch auf gestiegenen Erwartungen für die nächsten sechs Monate. Der Teilindikator für die Lage stieg auf 109,6 von 98,6 Zählern, der Indikator für die Erwartungen auf 108,8 von 100,0 Zählern.

„Besserungstendenzen sind diesmal wiederum insbesondere in Westeuropa auszumachen“, erklärte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Dort hätten Lageeinschätzung und Erwartungen deutlich nach oben gezeigt. Europa galt bisher als Nachzügler der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung vor allem in den USA und Asien.

Auch in Nordamerika sei die Tendenz des Klimaindikators wieder steigend, erklärte das Ifo: „Der Rückschlag im Oktober letzten Jahres war offenbar nur temporär.“ In Asien verbesserte sich das Wirtschaftsklima ebenfalls. Dort schätzen die Experten die Lage deutlich positiver ein, während die Erwartungen nur leicht günstiger ausfielen als im vierten Quartal 2005. Die Inflationserwartungen im Weltdurchschnitt für 2006 hätten sich zwar gegenüber Oktober zurückgebildet, seien aber mit 3,2 Prozent noch immer hoch, schrieb das Ifo.

Britische Pfund deutlich überbewertet

Folglich setzen mehr Experten als zuvor auf weiter steigende Zentralbank- und Kapitalmarktzinsen: „Dies gilt insbesondere für Westeuropa und Asien.“ In den USA und Kanada erwarten dagegen weniger Fachleute als bisher weitere Zinserhöhungen. Der US-Dollar gilt nunmehr im Länderdurchschnitt als leicht überbewertet, nachdem er von den Experten seit über zwei Jahren als unterbewertet eingestuft worden war. Sie sehen den Euro leicht, das britische Pfund jedoch als deutlich überbewertet an. Nur der japanische Yen wird von den Analysten erneut als unterbewertet eingestuft.

Das vom Ifo errechnete Geschäftsklima für Deutschland war im Januar mit 101,7 Punkten auf den höchsten Stand seit dem Boomjahr 2000 gestiegen. Vom guten Weltwirtschaftsklima profitieren vor allem die deutschen Exporteure, die das Wirtschaftswachstum im vorigen Jahr fast allein getragen hatten.

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