Wenig neue Arbeitsplätze: US-Arbeitsmarktdaten enttäuschen

Wenig neue Arbeitsplätze
US-Arbeitsmarktdaten enttäuschen

Die Beschäftigtenzahl ist in den USA im Dezember weitaus schwächer gestiegen als von Volkswirten erwartet. Die Hoffnung auf eine Entspannung des US-Arbeitsmarktes haben dadurch vorerst einen Dämpfer erfahren.

HB WASHINGTON. Die enttäuschenden Zahlen deuteten Händlern zufolge darauf hin, dass sich die Erholung der Wirtschaft noch nicht nachhaltig auf dem Arbeitsmarkt niedergeschlagen hat.

Zwar fiel die Arbeitslosenquote mit 5,7 Prozent auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr. Die Zahl der Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft stieg im Dezember mit einem Plus von nur 1000 jedoch weniger stark als von Analysten erwartet. Die US-Aktienmärkte und der Dollar reagierten mit Kursverlusten. Der Euro stieg zwischenzeitlich nach Reuters-Daten auf ein neues Rekordhoch von 1,2852 Dollar. Die europäischen Aktienmärkte weiteten nach Bekanntgabe der Daten ihre Verluste aus.

Im November war die Zahl der Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft nach revidierten Zahlen des US-Arbeitsministeriums noch um 43 000 gestiegen. Analysten hatten für Dezember im Schnitt mit einem Zuwachs von 130 000 Stellen gerechnet. Die auf 5,7 Prozent gefallene Arbeitslosenquote lag im November bei 5,9 Prozent. Hauptgrund für den Rückgang sei allerdings, dass sich rund 433 000 Menschen vom Arbeitsmarkt zurückgezogen hätten, weil sie keine Hoffnung auf eine neue Stelle mehr hätten, erklärte das Ministerium. Analysten hatten eine unveränderte Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent erwartet.

Die enttäuschenden Daten werden auch als Rückschlag für Präsident George W. Bush gewertet, der unter erheblichem Druck steht, um vor der Präsidentenwahl im Herbst eine deutliche Besserung der Beschäftigungslage vorweisen zu können. Die Regierung hatte massive Steuersenkungen vorgenommen, um Konjunktur und Arbeitsmarkt zusätzliche Impulse zu geben.

Zuletzt hatte sich das Wirtschaftswachstum der weltgrößten Volkswirtschaft stark beschleunigt, ohne dass sich bereits eine deutliche Entspannung der Beschäftigungssituation abzeichnete. „Das ist ein sehr enttäuschender Arbeitsmarktbericht“, sagte John Person, Analyst von Infinity Brokerage Services. Zahlreiche Analysten sehen durch die Zahlen allerdings ihre Prognose bekräftigt, dass die US-Notenbank Fed noch für einige Zeit den Leitzins bei 1,00 Prozent unverändert auf dem niedrigsten Stand seit 45 Jahren belassen wird. „Die gute Nachricht ist, dass nun überhaupt kein Druck auf der Fed lastet, die Zinsen in absehbarer Zukunft anzuheben“, sagte Edgar Peters von Panagora Asset Management.

Den Angaben des Arbeitsministeriums zufolge ging die Zahl der neuen Stellen in der Einzelhandelsbranche um 38 000 zurück. Das Verarbeitende Gewerbe konnte seinen Negativ-Trend nicht durchbrechen und baute weitere 26 000 Stellen ab. Damit ging die Beschäftigung in der Branche im 41. Monat in Folge zurück. Als weiteres schlechtes Zeichen für Arbeit Suchende sahen Experten den Rückgang der Wochenarbeitszeit im Dezember auf 33,7 Stunden nach 33,9 Stunden im November. Erwartet worden war ein Anstieg der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit auf 34 Stunden.

Noch Ende Dezember hatten überraschend starke Arbeitsmarktdaten Hoffnungen auf eine deutliche Entspannung der Beschäftigungssituation im neuen Jahr bestärkt. Die von Volkswirten und Finanzmärkten viel beachtete Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war entgegen den Expertenerwartungen auf den tiefsten Stand seit nahezu drei Jahren gesunken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%