Weniger Energie erzeugt
Industrie steigert Produktion stärker als erwartet

Die deutsche Industrie hat ihre Produktion im Oktober etwas mehr gesteigert als erwartet. Die Firmen im produzierenden Gewerbe stellten saisonbereinigt 0,6 % mehr her als im September, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte.

HB BERLIN. Dies stärkte Hoffnungen, dass sich die Wachstumsschwäche in den Sommermonaten als vorübergehend erweist.Das Plus ging vor allem auf Investitionsgüter zurück, während Hersteller von Konsumartikeln weitere Einbußen verbuchten. „Das verarbeitende Gewerbe zeigt sich insgesamt sehr robust“, sagte Jürgen Michels von der Citigroup und fügte hinzu: „Der Start ins vierte Quartal sieht momentan ganz gut aus.“

Analysten hatten im Schnitt nur einen Anstieg der Produktion um 0,3 % erwartet, nachdem sie im September nach revidierten Zahlen der Bundesbank um 0,1 % gestiegen war. Etwas Mut hatten viele Analysten jedoch bereits Anfang der Woche aus dem unerwarteten Anstieg der Aufträge im Oktober geschöpft.

Im Vergleich zum Oktober 2003 stieg die Produktion nach Reuters-Berechnungen auf Basis von Bundesbank-Daten um 1,9 %. Im weniger schwankungsanfälligen Zwei-Monats-Vergleich September/Oktober zu Juli/August sank die Produktion um 0,2 %.

„Der Anstieg der Gesamtproduktion im Oktober resultiert aus einer deutlichen Produktionserhöhung in der Industrie (plus 0,9 %) und im Bauhauptgewerbe (plus 1,5 %), während sich die Erzeugung im Bereich Energie um 1,6 % verringerte“, berichtete das Ministerium. Der Anstieg der Produktion in der Industrie ging fast ausschließlich auf die Produzenten von Investitionsgütern zurück, die 2,5 % mehr herstellten. Vorleistungsgüterproduzenten steigerten ihre Produktion um 0,3 %. Volkswirte werteten den Anstieg der Investitionsgüterproduktion als positives Zeichen für die wirtschaftliche Erholung. „Die Ersatzinvestitionen scheinen langsam in Fahrt zu kommen“, sagte Michels. Allerdings schränkte Jörg Lüschow von der WestLB ein: „Es ist nicht klar, ob das im Inland bleibt oder exportiert wird.“

Deutlich schlechter lief die Produktion in konsumnahen Bereichen. Die Produzenten von Konsumgütern verbuchten im Oktober einen Rückgang um insgesamt 0,8 %, darunter stellten Firmen für Gebrauchsgüter ein Minus von 0,4 und solche für Verbrauchsgüter ein Minus von 1,0 % fest. Die Firmen im konsumnahen Bereich müssen sich nach Ansicht der Experten noch etwas gedulden, bevor sich auch bei ihnen die Lage bessert. „Die Konsumgüter werden sich wohl erst nächstes Jahr etwas erholen, dabei aber den Investitionsgütern hinterher hinken“, sagte Michels.

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