Wert der Importe hat zugenommen
US-Handelsdefizit steigt weiter

Das Defizit in der US-Handelsbilanz ist im Januar auf den zweithöchsten Stand in seiner Geschichte gestiegen. Der Saldo aus Ex- und Importen kletterte von 55,7 Mrd. Dollar im Dezember auf 58,3 Mrd. Dollar im Januar, berichtete das US-Handelsministerium am Freitag.

HB DÜSSELDORF. Volkswirte hatten im Vorfeld mit einem geringeren Anstieg gerechnet. „Da ist ein Schock“, kommentierte Shabab Jalinoos, Devisen-Experte bei der Bank ABN Amor in London die Entwicklung. Der Dollar fiel nach Bekanntgabe der Daten gegenüber dem Euro und dem Yen nach.

Mit 1,3413 Euro je Dollar bewegte sich der Kurs nahe seines zuletzt im Januar erreichten Tiefstandes. Gegenüber dem Yen wurde der Dollar mit 104,08 gehandelt. Jalinoos erwartet, dass der Dollar weiter sinken wird. Das sieht die Mehrheit der Ökonomen so. „Das Handelsdefizit der USA zeigt noch keinerlei Anzeichen einer Korrektur. Deshalb dürfte der Dollar weiter fallen“, sagte John Greenwood, Chefvolkswirt, Invesco Asset Management. Er hält es für möglich, dass der Euro in diesem Jahr bis 1,40 Dollar steigt.

Der Wert der Importe ist im Januar erneut stärker gestiegen als der der Exporte. Die Einfuhren stiegen um 1,9 Prozent auf das Rekordniveau von 159,1 Mrd., die wuchsen den Angaben des Handelsministeriums um 0,4 Prozent auf ein Rekordvolumen von 100,8 Mrd.

Fehlbetrag wird von ausländischen Investoren finanziert

Der Dollar wertet nun schon seit drei Jahren ab - als Reaktion auf die immer größer werdenden Defizite in der Handels- und der Leistungsbilanz. Hinzu kommt die Sorge, dass die USA künftig nicht mehr genügend ausländisches Kapital anziehen können, um den Fehlbetrag zu finanzieren. Das Defizit in der Leistungsbilanz, die zusätzlich zur Handelsbilanz noch Kapitalströme umfasst, war im dritten Quartal 2004 auf den Rekordwert von 164,7 Mrd. Dollar gestiegen.

Nach Berechnungen der US-Nachrichtenagentur Bloomberg brauchen die USA einen täglichen Kapitalzufluss aus dem Ausland von 1,8 Mrd. Dollar, um dieses Defizit zu finanzieren. „Es sind derzeit vor allem asiatische Notenbanken, die Dollar kaufen - um ihre ihre eigene Währung zu schwächen“, sagt Gerald Müller, Ökonom bei der Commerzbank.

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