Wettbewerb
Firmen fühlen sich stark im Wettbewerb

Das verarbeitende Gewerbe in Deutschland hat seine Wettbewerbsfähigkeit seit dem Jahr 2000 nach eigener Einschätzung deutlich stärker ausgebaut als der Durchschnitt der Europäischen Union. Die Ergebnisse einer Ifo-Umfrage belegen: Deutsche Unternehmen zeigen sich gegenüber ihrer europäischen Konkurrenz selbstbewusst.

doh FRANKFURT. Das geht aus einer Sonderbefragung hervor, die das Ifo-Institut unter 3000 Unternehmern in Deutschland durchgeführt und gestern vorgelegt hat. Insgesamt wurden im Januar mehr als 20 000 Industrieunternehmen in der EU jeweils von nationalen Instituten im Auftrag der EU-Kommission befragt.

Die in der Umfrage vier Mal jährlich erhobenen Wettbewerbsdaten weisen nach Angaben des Ifo-Instituts eine hohe Übereinstimmung mit preislichen Wettbewerbsindikatoren auf und eignen sich daher „in hervorragender Weise“ zur Wettbewerbsanalyse.

Der Handelsblatt Business-Monitor International, der auf einer exklusiven Umfrage unter Spitzenmanagern aus sechs europäischen Nationen basiert, zeigte Ende 2007 denselben Trend auf: Deutschland startete als wettbewerbsfähigstes Land unter den großen Volkswirtschaften Europas in das neue Jahr.

„Ein Hauptgrund für das gute Abschneiden der deutschen Industrie dürfte vor allem in der länger und konsequenter als in den meisten anderen europäischen Ländern umgesetzten Kostenreduzierung liegen“, kommentierte der Branchenexperte des Münchner Ifo-Instituts, Gernot Nerb. Dabei habe die intensiv betriebene Auslagerung von lohnintensiven Produktionsaktivitäten in kostengünstigere Länder, insbesondere nach China und Osteuropa, eine wichtige Rolle gespielt. Die in den vergangenen Jahren vergleichsweise moderaten Preis- und Lohnsteigerungen in Deutschland hätten ebenfalls zur Kostendämpfung beigetragen.

Der Anstieg der Lohnstückkosten sei in Deutschland von März 1999 bis September 2007 um 15 Prozent schwächer ausgefallen als bei den Partnerländern der Euro-Zone. Italien dagegen rangierte elf Prozent, Spanien 15 Prozent über dem Durchschnitt. In Frankreich hatten sich die Lohnkosten wie im Durchschnitt der Euro-Zone entwickelt.

Bei aller Freude über die gestiegene Wettbewerbsfähigkeit der Industrie dürfe man aber nicht den Fehler machen, sie mit der Wettbewerbsfähigkeit der Industriearbeiter gleichzusetzen, schreibt das Ifo-Institut. „Die deutsche Industriebeschäftigung ist seit 30 Jahren im freien Fall begriffen.“ Nur gelegentlich, wie im letzten Jahr oder im Jahr 2000, werde dieser Trend durch einen konjunkturellen Aufschwung unterbrochen.

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