Wettbewerbs-Ranking
Deutschland – bürokratisch und starr

Auf hohem Niveau nachgelassen – so lässt sich die Entwicklung des Standortes D in den vergangenen zwölf Monaten zusammenfassen. Im aktuellen Ranking des Weltwirtschaftsforums ist Deutschland weiter nach hinten gerutscht. Doch es bleibt ein Trost: Auch anderen großen Namen erging es nicht besser.

DÜSSELDORF. In puncto Wettbewerbsfähigkeit fiel Deutschland im internationalen Vergleich leicht zurück. Und das, obwohl der hiesige Unternehmenssektor mit seinem klaren Restrukturierungskurs an Leistungsfähigkeit gewonnen hat. Das ist das Ergebnis des „Global Competitiveness Report 2006-2007“, einer gestern veröffentlichten Studie des World Economic Forums (WEF). In dem Wettbewerbsranking unter 125 untersuchten Staaten rutschte die Bundesrepublik von Rang sechs auf acht leicht zurück.

Trotz dieser Verschlechterung steht der Standort Deutschland deutlich besser da als die anderen großen Länder der Euro-Zone. Frankreich liegt auf Platz 18, Spanien auf Rang 28 und Italien steht nur an 42. Stelle der Vergleichsstudie. Großer Gewinner ist die Schweiz: Die Eidgenossenschaft ist dem Report zufolge die wettbewerbsfähigste Nation. Im vergangenen Jahr hatte das Land noch auf Platz vier gelegen. Die USA, 2005 noch die Nummer 1, liegen nun auf Rang sechs. Das WEF hat für seinen Standort-Check mehr als 11 000 Führungskräfte – davon 51 in Deutschland – befragt sowie 90 Faktoren analysiert. Rund zwei Drittel dieser Faktoren wurden durch Interviews mit den jeweils heimischen Managern ermittelt, ein weiteres Drittel stammt aus statistischen Daten.

Im Gegensatz zu dem im Jahresvergleich verschlechterten Gesamtergebnis haben die deutschen Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit laut WEF gesteigert. In dem Teilranking stehen die deutschen Firmen auf Rang zwei, nach Platz drei im Vorjahr. Sowohl im Bezug auf das nationale Geschäftsklima als auch auf die Frage, wie anspruchsvoll die Unternehmensführung und ihre Strategien sind, schneiden nur die US-Unternehmen besser ab als die deutschen.

Für Burkhard Schwenker, Vorsitzender der Geschäftsführung von Roland Berger, hat diese unterschiedliche Entwicklung einen einfachen Grund: „Die deutschen Unternehmen agieren schneller als die Politik, nicht zuletzt, weil sie starkem Konkurrenzdruck unterliegen“, argumentiert er. „Der Politik fehlt ein klares Bekenntnis zu mehr Wettbewerb.“ Steige der Wettbewerbsdruck auch auf politischer Ebene, sei dort ebenfalls mit schnelleren und mutigeren Entscheidungen zu rechnen.

Das insgesamt leicht verschlechterte Abschneiden Deutschlands hat aus Sicht der befragten deutschen Führungskräfte eine klare Hauptursache: den stark regulierten hiesigen Arbeitsmarkt. Das WEF hat die Stärke des deutschen Arbeitsmarktes anhand von sieben Kriterien erfragt. Im Durchschnitt landet Deutschland auf Rang 79 der 125 untersuchten Staaten. Besonders schlecht beurteilen die Befragten die Bundesrepublik in puncto Kündigungschutz (120) sowie Flexibilisierung der Löhne (122). Diese Ergebnisse stimmen überein mit dem erst kürzlich veröffentlichten Weltbankbericht „Doing Business“: Unter 175 Staaten war Deutschland in diesem Punkt in der Weltbankstudie weit abgeschlagen auf Rang 129 gelandet.

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