Wettbewerbsfähigkeit: Deutschland ist in der Weltspitze angekommen

Wettbewerbsfähigkeit
Deutschland ist in der Weltspitze angekommen

Der Standort Deutschland ist im internationalen Vergleich deutlich attraktiver als es den Anschein hat. Eine Studie des Weltwirtschaftsforums zufolge ist die Bundesrepublik unter den fünf wettberwebsfähigsten Nationen weltweit. Besonders die Infrastruktur ist ein gewaltiger Pluspunkt.
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HB BERLIN. Deutschland ist nach einer Studie des Weltwirtschaftsforums in den Kreis der fünf wettbewerbsfähigsten Nationen aufgerückt. Die deutsche Wirtschaft habe sich in diesem Jahr vom siebten auf den fünften Rang verbessert, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Ländervergleich. Deutschland liege nur noch knapp hinter den USA, die bis 2008 die Rangliste anführten, im Vorjahr auf den zweiten Platz abrutschten und sich nun auf dem vierten Platz wiederfinden. Spitzenreiter ist erneut die Schweiz, vor Schweden und Singapur. China führt mit Rang 27 die Schwellenländer an. Verglichen wurden 139 Länder anhand von mehr als 110 Indikatoren. Außerdem wurden 13 500 Wirtschaftsführer befragt.

„Ein Grund für die Verbesserung Deutschlands ist, dass der Arbeitsmarkt flexibler geworden ist“, sagte die Expertin des Weltwirtschaftsforums, Margareta Drzeniek, zu Reuters. „Die Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern, die ohnehin schon gut war, hat sich noch einmal verbessert.“ Durch Lohnverzicht wurden im Krisenjahr 2009 Massenentlassungen verhindert, Kosten gedrückt und die Basis für den derzeitigen Aufschwung gelegt. Ein großer Pluspunkt ist das gute Netz an Verkehrswegen, Telefonnetzen und Stromversorgung. Die deutsche Infrastruktur gilt als zweitbeste weltweit.

Gelobt wird auch der gesunde Wettbewerb und die funktionierende Wettbewerbspolitik. Änderungen im Steuerrecht bewirkten zudem, dass Investitionen und Arbeit nicht mehr so stark belastet würden wie bisher, sagte Drzeniek. „Positiv ist auch, dass sich Deutschland in der Krise nicht so stark verschuldet hat wie andere Industrieländer.“

Als Standortnachteil empfindet das Forum die schwierige Lohnfindung und den hohen Kündigungsschutz. „Beides verhindert Neueinstellungen“, sagte Drzeniek. Keine Rolle spielte bei dem internationalen Vergleich die Lohnentwicklung. In keinem anderen EU-Staat stiegen die Verdienste im zurückliegenden Jahrzehnt so langsam wie in Deutschland. Die Bruttolöhne und -gehälter in der privaten Wirtschaft erhöhten sich von 2000 bis 2010 im Schnitt um 21,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt herausfand.

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