Wie von Analysten erwartet
ISM-Index legt erneut zu

Der nationale Index der Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe der USA ist im Juli erwartungsgemäß gestiegen. Nach Angaben des Institute for Supply Management (ISM) vom Montag erhöhte er sich auf einen Stand von 62,0 Punkten.

HB NEW YORK. „Solche Perioden haben wir bisher nur gesehen, wenn die Wirtschaft aus tieferen Rezessionen herauskam wie in den 70er und 80er Jahren“, sagte Volkswirt Jim Glassman von JP Morgan Chase Securities. „Die Leute wundern sich darüber, wie viel Dynamik die Wirtschaft hat.“ Die Blicke von Volkswirten und Finanzmarktteilnehmern richten sich nun gespannt auf kommenden Freitag, wenn neue Daten zur Entwicklung am Arbeitsmarkt veröffentlicht werden. Auch für die Euro-Zone und Deutschland signalisierten Daten am Montag, dass die Industrie-Erholung zuletzt an Fahrt gewann.

Wie aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervorging, stieg der US-Index der Einkaufsmanager aus dem Verarbeitenden Gewerbe wie von Analysten erwartet auf 62,0 Punkte von 61,1 Zählern im Juni. Zwar lag der Index unter seinem im Januar erreichten höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten von 63,6 Punkten, dennoch signalisierte er ein kräftiges Wachstum der Branche. Index-Werte von mehr als 50 Zählern deuten auf eine Expansion hin. Der Index lag das neunte Mal in Folge sogar über der Marke von 60 Punkten.

„Trotz eines leichten Schluckaufs im Juni ist im Verarbeitenden Gewerbe alles beständig positiv“, sagte Chef-Volkswirt William Cheney von John Hancock Financial Services.

Der ISM-Teilindex für die Beschäftigung gab zwar auf 57,3 (Juni 59,7) Punkte nach, deutete aber ebenfalls auf eine Expansion hin. „Der Beschäftigungsindex ist trotz seines Rückgangs unglaublich stark geblieben“, stellte Volkswirt Mark Vitner von Wachovia Securities fest. Nachdem der Chicagoer Einkaufsmanager-Index am Freitag für den Mittleren Westen der USA einen Beschäftigungsrückgang signalisiert hatte, hatten Volkswirte dies auch vom landesweiten Indikator befürchtet. Der Index für die bezahlten Preise sank auf 77,0 (81,0) Punkte. Bei den Neuaufträgen ergab sich ein Anstieg auf 64,7 (60,0) Zähler.

Besondere Aufmerksamkeit werden die Anleger auf die am Freitag erwarteten Juli-Daten zum Arbeitsmarkt richten. Von Reuters befragte Volkswirte erwarten im Schnitt, dass außerhalb der Landwirtschaft 228.000 neue Stellen geschaffen wurden nach 112.000 im Juni. Eine der größten Sorgen an der Wall Street war zuletzt, dass eine Verlangsamung der Dynamik am Arbeitsmarkt die Ausgaben der Verbraucher wegen deren Angst vor dem Verlust ihrer Arbeitsplätze reduzieren könnte. Dies wäre negativ für die gesamte Volkswirtschaft, da der Konsum mehr als zwei Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung ausmacht.

Analysten erwarten von den Daten Aufschluss darüber, wie sich die Konjunktur weiter entwickeln wird, nachdem sich die Erholung zuletzt etwas verlangsamte. Der Chef der US-Notenbank Fed, Alan Greenspan, hatte in Aussicht gestellt, die verlangsamte Wirtschaftsdynamik sei nur vorübergehend, wobei die Risiken einer Inflation gering seien.

Eine ungebrochene weltweite Nachfrage sorgte in Deutschland und in der Euro-Zone im Juli für eine Beschleunigung der Erholung in der Industrie. Der Reuters-Einkaufsmanager-Index (EMI) für Deutschland stieg auf 56,6 von 55,9 Zählern, der für die Euro-Zone auf 54,7 von 54,4 Punkten. Auch beim EMI deuten werte von mehr als 50 Punkten auf eine Expansion hin. Volkswirte warnten jedoch, in Deutschland sei der Aufschwung bisher allein vom Export getrieben, während die Binnennachfrage noch nicht in Schwung komme. Positiv vermerkten sie vor allem, dass die Firmen erstmals seit gut drei Jahren fast keine Mitarbeiter mehr entließen.

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