"Wir brauchen weitere Anstiege"
Analyse der Volkswirte zum Ifo-Index

Die erste Reaktionen der Volkswirte zum überraschend deutlich gestiegen Ifo-Geschäftsklimaindex.

HB MÜNCHEN. Volkswirte sagten in ersten Reaktionen:

Phyllis Papadavid, Lehman Brother „Das ist eine ziemlich gute Zahl und viel besser als erwartet. Besonders positiv ist der Anstieg der Erwartungskomponente auf 107,9 Punkte. Das legt nahe, dass die Leute zuversichtlicher hinsichtlich der Reformanstrengungen der Regierung werden. Der Schlüssel ist der Unterschied zwischen dem Erwartungsindex und der Lage. Mit diesen Zahlen sehen wir, dass die positive Stimmung anfängt, sich in der Lageeinschätzung niederzuschlagen. Aber wir brauchen noch weitere Anstiege, um Sicherheit über eine breit angelegte Erholung zu bekommen. Bis jetzt haben die Menschen nur Optimismus über die Zukunft ausgedrückt.“

Eckart Tuchtfeld, Commerzbank „Es ist sicherlich besser als erwartet und bestätigt unsere Auffassung, dass wir die ökonomische Talsohle hinter uns haben und die Stimmungsindikatoren auf eine Erholung hindeuten. Wenn man sich den Rest der Euro-Zone anschaut, sieht man das bereits in den harten Daten. Wir erwarten das für Deutschland zum Ende des Jahres. Es bestätigt sich, dass es keinen Anlass für die EZB gibt, die Zinsen weiter zu senken, aber auch keinen Anlass, sie derzeit zu erhöhen.“

Stefan Bielmeier, Deutsche Bank „Insbesondere der kräftige Zuwachs bei der Einschätzung der aktuellen Lage bestätigt unser Szenario einer wirtschaftlichen Erholung im zweiten Halbjahr. Der erneute Anstieg der Erwartungen deutet darauf hin, dass die Entwicklung der Lage nun in einen längerfristigen positiven Trend einmünden könnte. Das Niveau der Lage ist im historischen Vergleich aber noch eher niedrig, die Differenz zwischen Lage und Erwartung noch groß, so dass für eine anhaltende Verbesserung der Lageeinschätzung noch viel Raum ist.

Bernd Weidensteiner, DZ-Bank: „Was ein bisschen erstaunlich war, ist der neue Anstieg der Erwartungen, nachdem sie in den vergangenen Monaten schon so stabil waren. Wichtig war natürlich der Anstieg der Lagekomponente. Mit Ausnahme der üblichen Sorgenkinder Bau und Einzelhandel kann man schon von einer guten Stimmung in der deutschen Wirtschaft sprechen. Die Hinweise auf einen Aufschwung mehren sich damit. Ob er wirklich da ist, wissen wir allerdings erst, wenn die harten Daten dies bestätigen.“

Andreas Rees, Hypovereinsbank: „Das wichtigste ist der sehr starke Anstieg der Lagekomponente. Das ist das eigentlich Erfreuliche: Offensichtlich gibt es bereits zum Einstieg ins vierte Quartal harte Fakten, die die Unternehmen ihre wirtschaftliche Lage günstiger einschätzen lassen. Der Aufschwung in Deutschland kommt auf die Füße. Das hatte man beim Ifo-Index zumindest so bislang nicht gesehen. Ich mahne noch immer zur Vorsicht bei der Erwartungskomponente: Ich glaube nicht, dass sich die Lücke ganz schließen wird. Dazu sind die Erwartungen in den vergangenen Monaten zu weit davon galoppiert.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%