Wirtschaft schrumpft
Japan rutscht in Rezession

Die Wirtschaftspolitik von Japans Regierungschef Shinzo Abe verläuft nicht wie gewünscht. Im nunmehr zweiten Quartal in Folge ist die Wirtschaft des Landes geschrumpft. Damit werden Neuwahlen wahrscheinlicher.
  • 13

TokioJapan ist überraschend in die Rezession gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt sank von Juli bis September um 0,4 Prozent zum Vorquartal, teilte die Regierung am Montag in Tokio mit. Ökonomen hatten dagegen ein Wachstum von 0,5 Prozent vorausgesagt.

Im Frühjahr war die nach den USA und China drittgrößte Volkswirtschaft der Welt um 1,9 Prozent geschrumpft, da sich die Verbraucher nach der Mehrwertsteuer-Erhöhung von fünf auf acht Prozent mit Käufen zurückhielten. Schrumpft eine Wirtschaft wie nun im Falle Japans in zwei Quartalen in Folge, sprechen Volkswirte von einer Rezession.

Damit gilt es nun als wahrscheinlich, dass Regierungschef Shinzo Abe eine ursprünglich für das kommende Jahr geplante weitere Anhebung der Verbrauchssteuer auf zehn Prozent verschieben wird. Abe dürfte auch Neuwahlen ausrufen, um mehr Rückhalt für seine Politik zu bekommen. Eine Entscheidung soll noch in dieser Woche fallen. Abe kommt erst am Montag von einer Auslandsreise zurück.

Wirtschaftsminister Akira Amari kündigte an, die Konjunktur mit neuen Maßnahmen zu stützen. Die Wahrscheinlichkeit dafür sei „sehr hoch“. Eine Möglichkeit sei, Geringverdienern zu helfen. Der japanische Yen fiel wegen der enttäuschenden Daten auf ein Sieben-Jahres-Tief zum Dollar. Die schlechten Nachrichten drückten auch die asiatischen Börsen ins Minus. Vor allem die Anleger in Tokio reagierten enttäuscht: Der Nikkei-Index verbuchte den stärksten Rückgang an einem Handelstag seit August.

„Das ist absolut nicht die Situation, in der wir über eine Anhebung der Mehrwertsteuer debattieren sollten“, sagte Experte Etsuro Honda von der Universität von Shizuoka. Auch in Abes Partei LDP wird laut über eine Verschiebung nachgedacht. „Ich denke, der Ministerpräsident wird die für kommenden Oktober geplante Erhöhung abblasen“, sagte ein LDP-Abgeordneter.

Abe hatte die Regierung im Dezember 2012 übernommen mit dem Versprechen, durch die nach ihm benannte Politik (Abenomics) die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen – und zwar mit einem Mix aus einer extrem lockeren Geldpolitik, Reformen und Mehrausgaben. Damit sollte die seit Jahren anhaltende Deflation – ein für die Wirtschaft schädlicher Preisverfall auf breiter Front – beendet werden.

Die privaten Konsumausgaben – die für etwa 60 Prozent der Wirtschaft stehen – legten im dritten Quartal mit 0,4 Prozent nur halb so stark zu wie erwartet. Ein Grund dafür ist, dass die Preise schneller steigen als die Löhne und damit die Kaufkraft der Japaner verringern. Einige Experten sagen aber für das laufende vierte Quartal eine Verbesserung voraus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wirtschaft schrumpft: Japan rutscht in Rezession"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ein kleiner Trost für die Japaner bleibt: Auch in Südkorea hat der unselige ex-Präsident MB Lee 5 Jahre das schöne kleine Land wie ein Berserker zubetoniert. Allerdings mit einem "Luxusproblem" im Rücken: Er wollte wie im Wahlkampf versprochen auf Wachstumszahlen von 4 % plus kommen, auf Teufel komm raus.


  • Die Infrastruktur in Afrika muss endlich ausgeweitet werden.

    Eine Eisenbahn-Strecke zwischen ...

    RABAT-Marokko und Südafrika ist eine Zukunftsinvestition.
    Desgleichen zwischen Rabatt-Marokko und Eritrea.

    In Zentral-Afrika biete sich die allerbeste Möglichkeit EINE WIRTSCHAFTLICHE DREHSCHEIBE mit LOGISTISCHE LAGERHALLEN zu errichten.

    So könnte man dann gewährleisten dass etwa in den USA gekaufte Maschinen NICHT MONATELANGE AUF ERSATZTEILE WARTEN MÜSSTEN.

    AFRIKA BENÖTIGT " STROM " !!!!!

    Und nirgends ist es noch so gut möglich als im Afrikanischen Kontinent...

    RENTABLE " ONE-WAY-SOLAR-STRASSEN " ZU ERRICHTEN.
    Dazu parallel WINDPARKS.

    Wenn man aber sich diese selbst beim Pflegen der Anlagen rentable Visionen vor Augen halten kann, dann kann man auch nicht jammern dass die Weltwirtschaftliche Konjunktur ständig immer mehr in Rezessionen und gleichzeitig sich rückwärts bewegt anstatt mehr und mehr sich der Zukunft anzupassen.

    KAPITAL IST DAZU DA...UM GEMEINSAM MIT INTELLIGENZ UND SACHVERSTAND INVESTIERT ZU WERDEN...

    dann geht das Kapital nicht verloren etwa an Arbeitslosengelder ( das Volk fühlt sich gleichzeitig nicht wohl und die Kriminalität steigt ), sondern man investiert in ARBEITSPLÄTZEN die dann parallel zu den jeweiligen Staatshaushalte ( gerne dann als Schattenhaushalte da diese sich dann auszahlen wie etwa bei eine Firma wenn der Mitarbeiter Puffer stunden ansammelt um es in schlechtere Zeiten in Anspruch zu nehmen. )aber diese zahlen sich eher aus da die Arbeitslosen erneut als Konsumenten und Steuerzahler in einem Gesunden Kreislauf integriert werden , anstatt sich einen Maßlosen Rattenschwanz von ständig steigernde Arbeitslosigkeit zu züchten weil wenn einer kein Geld mehr ausgibt automatisch immer mehr Arbeitslos werden= SIEHE EUROPÄISCHE UNION HEUTE !

    Die EU wird bis Jahresende 2014 nicht mehr Glücklich werden mit der Arbeitslosigkeit dass ständig steigert.

    ABER DIESE " EU " IST UNBELEHRBAR !!!

  • Japan rutscht in Rezession

    -------------------------------

    Die Japaner müssen sich damit abfinden daß :

    DIE ZUKUNFT DER JAPANISCHE WIRTSCHAFT IN " AFRIKA " IST.

    CHINA ist zu stark in der " AU = Afrikanische Union"
    involviert und finanziert nicht umsonst sogar die AU.

    Der Grosser Fehler der " EU= Europäische Union " sich Jahrelang nicht genug in Afrika und mit der Afrikanische Wirtschaft sich zu beschäftigen rächert sich nun schon deutlich heute sichtbar in Afrika , wenn es etwa dann immer mehr heißt : " Ihr kollege aus China war schon da. "

    Nun bietet es sich mehr den je...FÜR JAPAN...

    sich mit INVESTITIONEN IN AFRIKA ZU BETÄTIGEN FÜR PRODUKTIONSSTÄTTEN...um danach... etwa in die EU zu exportieren...und zwar all die billigere Güter dass aus China auf lange Wege nach Europa kommt.

    Afrikaner arbeiten nicht schlechter als Chinesen ,

    und die Wege aus Afrika sind kürzer als aus China und somit billiger.

    BEACHTET MAN DIE EU-INVESTITIONEN IN SÜD SPANIEN FÜR NEUE LOGISTIK-ZENTREN...so erkennt der experte sofort wie rentabel die Ausweitung der Afrikanische Wirtschaft werden könnte.

    FACHKRÄFTE und FÜHRUNGSKRÄFTE sind genug in der EU Arbeitslos die aber gleichzeitig Auswanderungswillig wären wenn man diesen eine entsprechende Stelle anbieten würde.
    ( Hierzu bin sogar ich bereit eine solche verantwortungsvolle Arbeit in Afrika zu übernehmen . )

    Alleine DIE TELEKOMMUNIKATIONS-LEITUNGEN IN AFRIKA an der Chinesische Firmen zu überlassen ...ist ein gravierender Fehler für alle andere Welt-Anbieter.

    Die Welt vergisst ständig den wichtigsten Teil der Globalisierung =

    WER INVESTIERT - DER AUCH SEINE TECHNOLOGIEN UND ERSATZTEILE FÜR DIE ZUKUNFT SICH SICHERT.

    Wenn man einen Auto von einer Marke kauft dann kauft man keine Ersatzteile von eine andere Marke für sein Auto = MIT INDUSTRIELLE INVESTITIONEN IST ES NICHTS ANDERES.

    Wenn also sich JAPAN und USA sich endlich mehr in Afrika einbringen, desto mehr gewinnen diese in der Zukunft.
    Ich gehe gerne mit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%