Wirtschaft wächst stärker als erwartet
Aufatmen in den USA

Die schlimmsten Befürchtungen traten dann doch nicht ein: Das Wachstum der US-Wirtschaft hat sich zu Jahresanfang nicht so deutlich abgeschwächt wie befürchtet. Das macht auch den Anlegern wieder Mut.

HB WASHINGTON. Selbst Experten sind überrascht: Die US-Wirtschaft hat zu Jahresbeginn deutlich stärker zugelegt als erwartet und bewegt sich damit anders als befürchtet wohl nicht am Rande einer Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft stieg im ersten Quartal 2008 mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 0,6 Prozent nach ebenfalls plus 0,6 Prozent im vierten Quartal 2007, wie das Handelsministerium auf Basis vorläufiger Berechnungen mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem annualisierten Wachstum von 0,2 Prozent gerechnet.

Die überraschende Stabilisierung dürfte auch bei der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend mit einfließen, für die Experten eine weitere geldpolitische Lockerung auf 2,0 von 2,25 Prozent erwarteten. Fed-Chef Ben Bernanke hatte jüngst eine Rezession im ersten Halbjahr nicht ausgeschlossen, aber eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte in Aussicht gestellt.

Trotz der unerwartet guten Wachstumsdaten trüben einige Zahlen das Bild: So kletterten die Ausgaben der Verbraucher mit einem Prozent so schwach wie seit rund sieben Jahren nicht mehr. Der private Konsum macht rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus. Die Geschäftsinvestitionen schrumpften sogar. „Die Wirtschaft hat eine Menge Tiefschläge einstecken müssen, ist aber dennoch nicht ins Wanken geraten“, sagte Ökonom Cary Leahey von Decision Economics in New York.

Stratege Carl Lantz von Credit Suisse verwies zudem auf den verstärkten Lageraufbau, der offenbar maßgeblich mit zum Wachstum beigetragen habe. „Nächstes Quartal wird sich das dann negativ auf die Produktion auswirken, weil die Firmen auf die Lager zugreifen können.“

Zuletzt hatten das stark gesunkene Verbrauchervertrauen im April und fallende Preise für bestehende Eigenheime im Februar Hinweise auf eine Eintrübung der Wirtschaft geliefert. Überraschend positive Nachrichten kamen allerdings vom Arbeitsmarkt: Einer Erhebung der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge nahm die Zahl der neuen Jobs in der Privatwirtschaft um 10 000 Stellen zu. Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von 60 000 neuen Stellen im privaten Sektor gerechnet.

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