Wirtschaftleistung
OECD sieht Industriestaaten in Rezession

Die Wirtschaft der 30 wichtigsten Industriestaaten ist nach Angaben der OECD erstmals seit der Ölkrise der 70er Jahre in eine Rezession gerutscht. Auch Finanzminister Peer Steinbrück gibt zu, dass die deutsche Wirtschaft einer Rezession entgegen geht. Die Daten schaffen jedoch bereits Fakten.

HB PARIS/BERLIN. „Die Wirtschaft im OECD-Raum scheint in eine Rezession eingetreten zu sein und die Arbeitslosigkeit in vielen Mitgliedsländer nimmt wieder zu“, heißt es in einem zwei Tage vor dem Weltfinanzgipfel in Washington veröffentlichten Ausblick auf die Konjunkturentwicklung in den USA, die Euro-Zone und Japan.vom Donnerstag. Deswegen seien zusätzliche makroökonomische Anreize nötig.

Die OECD rechnet in allen etablierten Wirtschaftsregionen für 2009 mit einer rückläufigen Wirtschaftleistung. Der OECD-Raum werde nach einem Wachstum von 1,4 Prozent 2008 in ein Minus von 0,3 Prozent im kommenden Jahr fallen. Für den Euro-Raum erwartet die Organisation 2009 ein Minus von 0,5 Prozent nach einem Plus von 1,1 Prozent in diesem Jahr. 2010 sei dann wieder ein Zuwachs von 1,2 Prozent möglich.

Nach den Worten von Bundesfinanzminiser Peer Steinbrück geht die deutsche Wirtschaft einer Rezession entgegen. „Es macht keinen Sinn, jemandem Sand in die Augen zu streuen“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in Berlin. Es könne sein, dass die Wirtschaft von einer Stagnation in eine Rezession hineinkomme. „Die Zeiten werden für die Bundesrepublik Deutschland härter“, sagte er.

Zuvor hatte das Statistische Bundesamt mitgeteilt, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt wegen der Finanzmarktkrise und der weltweiten Konjunkturflaute im dritten Quartal real um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurückgegangen ist, nach einem Minus von 0,4 Prozent im zweiten Quartal. Damit schrumpfte die Wirtschaftsleistung zum zweiten Mal in Folge – das gilt nach gängiger Definition als Rezession.

Groß angelegte Konjunkturprogramme lehnte Steinbrück jedoch erneut ab. Der Staat könne nicht gegen eine solche weltweite Entwicklung anfinanzieren. Das Investitionsprogramm der Regierung sei richtig, weil es rasch wirke, eine große Hebelwirkung für Investitionen habe und auf die Sicherung von Arbeitsplätzen abstelle. „Das Ding ist insgesamt stimmig“, sagte Steinbrück.

Die USA sehen die OECD-Experten nach einem Plus in diesem Jahr von 1,4 Prozent in ein Minus von 0,9 Prozent im nächsten Jahr stürzen. Die Inflation werde aber auf ein moderates Niveau einschwenken. Der Welthandel werde im nächsten Jahr einen Wachstumseinbruch auf plus 1,8 Prozent nach 4,7 Prozent im Vorjahr erleben. 2010 sei wieder ein Zuwachs von fünf Prozent möglich.

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