Wirtschaftliche Erholung
OECD erhöht Wachstumsprognose für Irland

Bessere Wettbewerbsfähigkeit und gestiegene Exporte entlasten die irische Wirtschaft. Die OECD nimmt das in einem Bericht positiv zur Kenntnis - fordert aber weiter mehr Kürzungen, vor allem im Sozialbereich.
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DublinDie Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sieht die krisengeschüttelte irische Wirtschaft auf dem Weg der Erholung. Dank der besseren Wettbewerbsfähigkeit und gestiegenen Exporte erhöhte die OECD ihre Wachstumsprognose für Irland für 2011 von 0 auf 1,2 Prozent, hieß es in einem Bericht, den die OECD am Freitag in Dublin veröffentlichte. „Die neue Prognose geht aber mit beträchtlichen Risiken einher, besonders die Angst der Finanzmärkte um die Stabilität in der Eurozone“, hieß es weiter.

Die Experten forderten die Regierung in Dublin auf, noch mehr für die Sanierung des überschuldeten Staatshaushaltes zu tun. Zwar entfielen bereits gut 60 Prozent der Sparmaßnahmen zwischen den Jahren 2008 bis 2012 auf die Ausgabenseite. Dennoch sollte erwogen werden, mehr zu sparen, anstatt die Einnahmen-Seite im Staatshaushalt etwa durch mehr Steuern zu erhöhen.

Eine strenge Kontrolle der Bezüge und Stellen im öffentlichen Dienst müsse Vorrang haben, um die Last der Sparmaßnahmen gleichmäßiger zu verteilen. Investitionen in die Infrastruktur sollten vertagt werden. Auch sollten die Sozialausgaben, die sich auf nahezu 40 Prozent der Gesamtausgaben belaufen, zurückgefahren werden. Die Lohnstückkosten müssten weiter sinken.

Insgesamt lässt die Entwicklung der irischen Wirtschaft nach dem Einbruch zwischen 2008 und 2010 nach Einschätzung der Experten hoffen. Dank des robusten Wachstums der Ausfuhren, des anhaltenden Zustroms ausländischer Investitionen, einer besseren Wettbewerbsfähigkeit und mehr Handelspartnern stabilisiere sich die Konjunktur. Dennoch werde der Schuldenabbau von Privathaushalten, Banken und des Staates das Wachstum noch eine Zeit lang dämpfen.

„Die Erholung dürfte sich 2012 fortsetzen, obwohl es noch Jahre dauern wird, den steilen Anstieg der Arbeitslosigkeit aufzuhalten.“ Irland stand im November 2010 wegen seines maroden Bankensystems vor der Staatspleite und wurde auf eigene Initiative mit einem Hilfspaket von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) gerettet. Der frühere „keltische Tiger“ erhielt als erstes Land Hilfen aus dem Rettungsschirm EFSF.

Die strengen Auflagen hält das Land anders als andere Schuldensünder wie Griechenland auch ein. Bis 2015 will Dublin sein Defizit wieder unter die erlaubte Obergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts drücken.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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