Wirtschaftliche Erholung wird sich erst 2004 auswirken
Arbeitsplatz-Abbau etwas verlangsamt

In den Sommermonaten haben die Reformen am Arbeitsmarkt den von der Wirtschaftsflaute verursachten Arbeitsplatz-Abbau etwas abgebremst. Von Juli bis September waren in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag im Schnitt 38,276 Mill. Menschen erwerbstätig.

HB BERLIN. Damit hatten zwar 479 000 Menschen oder 1,2 % weniger eine Arbeit als vor einem Jahr, aber in den drei Monaten zuvor hatte die Zahl der Erwerbstätigen noch 489 000 oder 1,3 % unter Vorjahresniveau gelegen. „Die Verlangsamung des Arbeitsplatzabbaus geht vor allem auf die gesetzlichen Neuregelungen am Arbeitsmarkt wie Mini-Jobs und Ich-AGs zurück“, hieß es beim Statistikamt. Ohne den besonderen Effekt der späten Sommerferien wären sogar noch weniger Arbeitsplätze im Vergleich zum Vorjahr verloren gegangen.

Im Vergleich zu den Frühjahrsmonaten April bis Juni stieg die Erwerbstätigkeit - wie in dieser Jahreszeit üblich - um 41 000 an. Der Anstieg fiel damit etwas stärker aus als ein Jahr zuvor. Rechnet man jedoch den Einfluss jahreszeitlicher Einflüsse heraus, fiel die Zahl der Arbeitsplätze auch wegen der ungewöhnlich späten Sommerferien um 101 000 oder 0,3 %.

Die sich langsam abzeichnende wirtschaftliche Erholung wird sich nach einhelliger Meinung der Experten frühestens Anfang nächsten Jahres langsam am Arbeitsmarkt bemerkbar machen. Im Oktober war die Zahl der Arbeitslosen wegen der üblichen Herbstbelebung und der Reformen zwar relativ deutlich gesunken. BA-Chef Florian Gerster hatte jedoch betont, dies sei noch keine Trendwende: „Nach wie vor ist das Wachstum zu schwach, um den Abbau von Arbeitsplätzen zu stoppen.“ Volkswirt Stefan Bielmeier sagte zum Rückgang der Beschäftigung: „Die Beschäftigtenzahlen spiegeln eher das wirtschaftliche Umfeld wider, die Arbeitslosenzahlen eher den Effekt der Arbeitsmarktreformen.“

Die deutsche Wirtschaft dürfte nach Einschätzung von Experten in den Sommermonaten mit einem minimalen Wachstum die leichte Rezession vom ersten Halbjahr überwunden haben. Das Statistische Bundesamt wird die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal am Donnerstag bekannt geben.

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