Wirtschafts- und Finanzkrise
IWF-Chef: 2009 könnte Befürchtungen noch toppen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat zu stärkeren Anstrengungen im Kampf gegen die weltweite Wirtschaftsflaute aufgerufen. Andernfalls drohe das kommende Jahr noch schlimmer zu werden als ohnehin befürchtet, sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der BBC .

HB LONDON. Er plädierte dafür, zur Ankurbelung der Konjunktur die öffentlichen Kassen stärker zu belasten. Die Welt befinde sich in der schlimmsten Krise seit 60 oder 70 Jahren.

Im Vergleich zum Kampf gegen die Rezession sei eine Erhöhung des Haushaltsdefizits das geringere Übel, sagte Strauss-Kahn. Er forderte weltweit staatliche Stimulierungsprogramme in Höhe von 1,2 Billionen Dollar, was zwei Prozent der Leistung der Weltwirtschaft entspricht.

Nachdem sich die Zinsen in den einigen Ländern bereits der Marke von null Prozent näherten, müssten nun andere Maßnahmen zum Zuge kommen - vor allem fiskalpolitische Anreize, sagte Strauss-Kahn weiter. Seiner Meinung nach gebe es genügend Geld in der globalen Wirtschaft, doch hielten sich die Banken mit Kreditvergaben untereinander weiterhin zurück. Daher müsse nun vor allem das Vertrauen wieder aufgebaut werden. Der "Mann auf der Straße" warte auf Aktionen der Regierungen.

Die Bundesregierung hat sich lange Zeit gegen weitergehende Investitionsprogramm ausgesprochen. Mittlerweile zeichnet sich in Berlin aber ein zweites Konjunkturpaket ab. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück ist jetzt bereit, für ein Investitionsprogramm erhebliche Summen auszugeben. "Mir ist vollkommen klar, dass man die Tür zum Kassenraum nicht geschlossen halten kann. Sonst wird sie in Panik von anderen eingetreten", sagte der SPD-Politiker der "Welt am Sonntag".

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