Wirtschaftsentwicklung
Warum die hohen Schulden so gefährlich sind

China und die anderen Schwellenländer halten die Weltwirtschaft am Laufen. Das größte Risiko liegt in den USA.

Auch zwei Jahre nach dem Ende der schlimmsten Rezession der Nachkriegszeit marschiert die Weltwirtschaft noch nicht im Gleichschritt. Nach wie vor laufen China und andere große Schwellenländer vorneweg. Ihnen folgen Deutschland, andere Europäer und die großen Rohstofflieferanten. Die USA können trotz des größten Konjunkturprogramms aller Zeiten nicht ganz mithalten, und Japan hinkt nach dem schlimmen Erdbeben hinterher.

Die Risiken für die globale Konjunktur sind gewachsen: Die Schwellenländer tun sich schwer, die antrabende Inflation in den Griff zu bekommen, die Schuldenkrise in Europa spitzt sich wieder zu, und die hohe Staatsverschuldung ist auch in den USA und Japan weit nach vorn auf die Agenda gerückt. Die Rohstoffpreise sind wieder auf Rekordkurs, und die Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten machen Investoren nervös. Noch dazu kommt die Katastrophe in Japan, die weltweit auf die Lieferketten durchschlägt. Doch bedeutet das, dass der Aufschwung nach der schweren Krise schon wieder zu Ende geht?

Aller Voraussicht nach nicht. Für Untergangsszenarien besteht kein Anlass. Auch 2011 schickt sich an, ein Jahr ordentlichen Wachstums zu werden. Der Internationale Währungsfonds etwa sagte vor kurzem der Weltwirtschaft für 2011 und 2012 je ein Wachstum von viereinhalb Prozent voraus - nach fünf Prozent 2010.

Dabei stehen sich rund zweieinhalb Prozent Wachstum in den klassischen Industriestaaten und sechseinhalb Prozent in den Schwellen- und Entwicklungsländern gegenüber von 2008 aus zwei Quellen: Zum einen gibt es die enorm gestiegene Nachfrage der großen Schwellenländer, die für den Ausbau ihrer Industrie und Infrastruktur weitaus mehr Rohstoffe je Dollar Wirtschaftsleistung benötigen als die reifen Industrieländer. Normalerweise würde sich dieses Problem selbst regeln, indem der Anstieg der Rohstoffpreise das Wachstum dieser Länder dämpft.

Dem wirkt aber die zweite Quelle für den Preisanstieg entgegen, der massive Zufluss von Anlagekapital in die Rohstoffmärkte und in die Schwellenländer. Es entstammt der beispiellosen Geldschwemme, mit der die westlichen Zentralbanken die Märkte geflutet haben, und es treibt die Preise in die Höhe.

Der so vom Westen mitverschuldete Inflationsschub wird das Wachstum in Asien und anderswo dämpfen - allerdings wohl in einem verkraftbaren Ausmaß. Die Weltbank hat soeben ihre Wachstumsprognose für China 2011 auf 9,3 Prozent heraufgesetzt.

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