Wirtschaftserholung erkennbar
Tankan-Bericht: Japan hofft und bangt

Eine unerwartet optimistische Beurteilung der Geschäftslage von japanischen Großunternehmen hat Hoffnungen auf eine Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt geweckt. An der Börse in Tokio stiegen die Kurse nach dem Bericht auf den höchsten Stand seit dem 30. September 2002.

Reuters TOKIO. Wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Tankan- Konjunkturbericht der Bank von Japan hervorgeht, erreichte der Diffusions-Index für die Geschäftsbeurteilung bei Großunternehmen einen Wert von minus fünf nach minus zehn im März. Von Reuters befragte Analysten hatten auch für das abgelaufene Quartal mit einem Negativwert von durchschnittlich zehn gerechnet. Der Diffusions-Index bildet den Saldo von Einschätzungen eines günstigen und eines ungünstigen Geschäftsumfeldes.

Besonders positiv wird von Volkswirten bewertet, dass dem Bericht zufolge die Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr die Investitionen um 4,9 % und damit am stärksten seit 13 Monaten steigern wollen. Analysten hatten lediglich mit einem Wert von 0,2 % gerechnet.

„Die Stimmung der Unternehmen hat sich seit Ende des Krieges im Irak eindeutig verbessert und die wirtschaftliche Lage dürfte nicht so schlecht sein wie zuvor dargestellt“, sagte Norihiro Fujito von Mitsubishi Securities. Einen weiteren Hinweis für eine mögliche bevorstehende Konjunkturerholung in Japan lieferte am Dienstag das Ergebnis einer Reuters-Umfrage, dessen zufolge die Aktivität im japanischen Verarbeitenden Gewerbe im Juni auf den höchsten Stand seit zen Monaten stieg. Der Reuters/Nomura/JMMA- Einkaufsmanager-Index stieg auf 50,4 % und lag damit nach erstmals nach zwei Monaten über der 50-Punkte-Marke. Ein Indexwert über 50 % signalisiert eine Expansion der Wirtschaftsaktivität, ein Indexwert unter 50 % eine Schrumpfung.

Trotz der jüngsten günstigen Konjunkturdaten gehen die meisten Wirtschaftsexperten davon aus, dass die Wirtschaft Japans weiter Schwierigkeiten haben wird, solange die US-Wirtschaft, der wichtigste Exportmarkt, nicht deutlichere Aufschwungsanzeichen zeigt. Auch die japanischen Unternehmen erwarten keine weitere Verbesserung der Lage im laufenden Quartal. Die kleinere Unternehmen befürchten sogar weitere Auftragseingänge durch Rationalisierungsmaßnahmen bei den Großunternehmen. So stieg der Diffusionsindex für die Geschäftsbeurteilung der Kleinunternehmen auf lediglich minus 28 von minus 29 im März.

Im ersten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt in Japan um real 0,1 % gewachsen. Auf Jahresrate gerechnet betrug das Wirtschaftswachstum 0,6 %.

Der Nikkei-Index von 225 Werten schloss um 2,15 % höher auf 9 278 Punkten.

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