Wirtschaftsforscher
Herbstgutachten prognostiziert mehr Wachstum

Am Donnerstag präsentieren die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihr Herbstgutachten über die deutsche Konjunktur. Doch schon im Vorfeld sickern erste Zahlen durch.

HB HAMBURG. Die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland wollen ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ auf deutlich über zwei Prozent anheben. In ihrem Herbstgutachten, das am kommenden Donnerstag vorgestellt wird, erwarten die Institute ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,3 oder 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, meldet das Blatt unter Berufung auf Institutskreise.

Das Gutachten für die Bundesregierung werde am Dienstagabend abgeschlossen, hieß es. Die konkrete Prognose werde daher erst zu diesem Zeitpunkt endgültig feststehen. In ihrem Frühjahrsgutachten waren die Institute im April noch von 1,8 Prozent Wachstum ausgegangen.

Zu den sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstituten Deutschlands zählen das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA), das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in München, das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen.

Die Bundesregierung hatte Ende vergangener Woche ihre Konjunkturprognose ebenfalls deutlich erhöht. Sie erwartet jetzt für 2006 wie die Wirtschaftsforschungsinstitute ein Wachstum von 2,4 Prozent. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hatte bereits Anfang Oktober erklärt, er rechne mit einem Wachstum zwischen 2,0 und 2,5 Prozent. Offiziell gilt bislang aber noch die Ende April aufgestellte Regierungsprognose von rund 1,6 Prozent.

Inzwischen hätten sich die wichtigsten Konjunkturdaten so stark entwickelt, dass die wirtschaftliche Entwicklung deutlich besser als erwartet ausfallen werde, hieß es. Glos wird die korrigierte Prognose am Freitag vorlegen.

Glos hält sogar eine längere Wachstumsphase für möglich, wenn Deutschland sich auf seinen Lorbeeren nicht ausruhe. Auf dem Arbeitsmarkt sieht die Regierung inzwischen eine stabile Trendwende und hält eine Zahl der Arbeitslosen von dauerhaft unter der Vier- Millionen-Grenze für möglich. Die Zahl der Erwerbslosen war im September um 134 000 auf 4,238 Millionen gesunken.

Dank der sprudelnden Steuereinnahmen wird Deutschland in diesem Jahr erstmals seit 2001 auch wieder den EU-Stabilitätspakt erfüllen, der eine Höchstgrenze für die zulässige Neuverschuldung von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts vorschreibt. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) wird früheren Angaben zufolge Brüssel voraussichtlich ein Defizit von 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts melden. Bei anhaltend guter Einnahmenentwicklung könnte der Wert noch besser ausfallen. Im vergangenen Jahr lag das Staatsdefizit bei 3,2 Prozent.

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