Wirtschaftsklima
Export verliert an Dynamik – stärkere Binnennachfrage

Der Export als Zugpferd der deutschen Wirtschaft verliert an Kraft, so die neueste Erhebung des Ifo-Instituts. Insgesamt ist die Stimmung aber ungetrübt. Das Fundament für Wachstum sollen im neuen Jahr die Bürger selbst legen.
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HB BERLIN/MÜNCHEN. Der Export als Zugpferd der deutschen Wirtschaft verliert weiter an Kraft. Der Exportklimaindikator, den das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung monatlich für die „Wirtschaftswoche“ berechnet, fiel im Dezember auf den niedrigsten Stand seit fast einem Jahr. Dies war der siebte Rückgang in Folge.

Wie das Magazin berichtet, legten die Auslandsaufträge im deutschen verarbeitenden Gewerbe zuletzt noch leicht zu. „Doch die Exporterwartungen der Unternehmen lagen schon im November deutlich unter dem Wert des Vormonats.“ Volkswirte setzen ihre Hoffnungen daher unter anderem auf den Konsum im Inland.

Bislang ist die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ungetrübt. Anders als von Experten erwartet war der am Freitag veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex im Dezember erneut gestiegen: von 109,3 Punkten im Vormonat auf 109,9 Punkte. Das war der höchste Stand seit der Wiedervereinigung und der siebte Anstieg in Folge. Dazu trug vor allem die gute Stimmung im Einzel- und Großhandel bei. Mit ihrer aktuellen Lage zeigten sich die Einzelhändler sehr zufrieden.

Auch die Belebung der Binnennachfrage wird im kommenden Jahr nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) spürbar an Fahrt gewinnen.

DIHK-Geschäftsführer Martin Wansleben sagte der Bild-Zeitung vom Samstag unter Berufung auf eine Umfrage unter Mitgliedsunternehmen, der Verband rechne mit einem Plus von 2,4 Prozent beim privaten Konsum. „Bei Unternehmen aus Gastgewerbe, Touristik und Einzelhandel laufen die Geschäfte spürbar besser – und der Optimismus nimmt weiter zu. Wir rechnen mit 300 000 neuen Stellen im kommenden Jahr.

Arbeitgeber sehen weiter starke Konjunktur

Die Arbeitgeber rechnen mit einer anhaltend guten Konjunktur im nächsten Jahr. Arbeitgeberchef Dieter Hundt sagte dem „Hamburger Abendblatt“ vom Samstag, er gehe davon aus, dass das Wirtschaftswachstum bei deutlich über zwei Prozent liegen werde. Ende des kommenden Jahres werde wahrscheinlich sogar wieder das Niveau der Zeit vor der Wirtschaftskrise erreicht, zeigte er sich zuversichtlich.

Damit sind die Arbeitgeberverbände optimistischer als die Bundesregierung. Sie geht bislang offiziell von einem Wachstum von 1,8 Prozent im kommenden Jahr aus. Die neue Prognose soll Mitte Januar im Rahmen des Jahreswirtschaftsberichts vorgelegt werden. In diesem Jahr erwartet die Regierung ein Wachstum von mindestens 3,4 Prozent. „Es würde mich nicht überraschen, wenn die Zahlen noch besser werden„, sagte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) der „BZ am Sonntag“.

Brüderle weiter: „Die Arbeitslosigkeit wird weiter sinken. Selbst der Sockel von Langzeitarbeitslosen geht erfreulicherweise zurück“. Auch Hundt rechnet mit einer weiteren Belebung des Arbeitsmarktes. „Ich bin davon überzeugt, dass sich der Arbeitsmarkt weiterhin positiv entwickelt“, sagte BDA-Präsident Dieter Hundt. „Wir werden 2011 im Schnitt unter der Drei-Millionen-Marke liegen.“

Kommentare zu " Wirtschaftsklima: Export verliert an Dynamik – stärkere Binnennachfrage"

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  • Die binnennachfrage soll es richten, es wird von 3% Lohnerhöhungen pauschal berichtet und einem Land, in dem Milch und Honig flössen. WiE sehr erinnert mich das alles an die "Erfolgsmeldungen" der DDR!! Und die Wirklichkeit,wir kennen sie ja.
    Es werden derzeit, wie magisch, beinahe täglich Umfragen herausgekramt: Deutsche wollen Euro rettem, auch wenns viel Geld kostet (ARD 10.12.), 80% seien mit ihren Arbeitgebern hochzufrieden, was Klima und bezahlung angänge (EMNiD), die absolute Mehrheit erwarte hohe Lohnsteigerungen 2011, der Weihnachtsverkauf liefe exorbitant wie noch nie..

    Ja, was soll da eigentlich vorbereitet werden, damit? Soll - da ja alles so erfolgreich wäre - klamm und heimlich an Steuererhöhungen, EU Zahlungen etc gebastelt werden??

    Nein, ich widerspreche alldem zutiefst: beim grössten Niedriglohnsektor der industrialisierten Welt wird mächtig draufgesattelt an Prekär JObS(!!), und fast nur von diesen kommt der "Aufschwung". Und wie soll daraus eine binnenkonjunktur entstehen?? Sorry - so dämlich können nicht mal die Wissenschaftler selber sein; sie lassen sich von der brd-Wirtschaft (die ich für die skrupellosesete der entwickelten Länder überhaupt halte) eventuell bezahlen und einwickeln.

    Der Deutsche ist aber dummfleissig und einfach zu bescheuert und rennt wie ein Lamm immer wieder zur Arbeit anstatt der brd-Wirtschaft Grenzen zu setzen, in dem er die Arbeit verweigert und die skrupellosen brd-Unternehmer sich selbst überlässt.

    Die brd Unternehmer jedenfalls haben die inhumane Politik der iG Farben Zeit übernommen und würden genau so über Leichen gehen wie ihre "Vorbilder".

    Wer guten Gewissens für die arbeitet, hat nie nachgedacht.

  • Mein Gott, was für ein ausgekochter blödsinn.
    Wer disem ifo-insgtitut immer noch glaubt, der hat irgendwie nicht alle Hühner auf dem balkon.

    Hallo wir ahben Weihnachten da legt der Einzelhadnel immer ein wenig zu. Auch wenn vieles auf Pump gekauft ist.
    Und noch vorige #Woche konnte man lesen, dass Gaststätten klagen über mangelnde Kudnschaft.

    "Auch die belebung der binnennachfrage wird im kommenden Jahr nach Einschätzung des Deutschen industrie- und Handelskammertages (DiHK) spürbar an Fahrt gewinnen."

    Ach ja? Und wie? Ab Jan. haben die bürger weniger Geld in der Tasche trotz der kleinen Lohnzuwächse.

    Meine Güte, das ist wirklich Manipulation in einer Weise, die erschreckt.
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