Wirtschaftsklima
Ifo-Index für Euro-Raum im Sinkflug

Angesichts der schwächeren Konjunkturaussichten hat sich das Wirtschaftsklima in der Euro-Zone so stark eingetrübt wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. In zwei Ländern herrscht besonderer Pessismismus.

doh FRANKFURT. Die Aussichten für die Konjunktur in der Euro-Zone haben sich zu Jahresbeginn verschlechtert. Das deutet der Ifo-Index für das Klima im gesamten Währungsgebiet an, der gestern veröffentlicht wurde. Das Barometer sank im ersten Quartal das zweite Mal in Folge deutlich verschlechtert und fiel auf den niedrigsten Wert seit Mitte 2005. Auschschlaggebend dafür waren sowohl die weniger positiven Urteile zur gegenwärtigen Wirtschaftslage als auch aus ungünstigeren Erwartungen für die nächsten sechs Monate.

Das Ifo-Wirtschaftsklima ist ein Barometer, das sich auf eine vierteljährlich erhobene Umfrage unter Konjunkturexperten aus multinationalen Unternehmen und international agierenden Institutionen stützt. Für die jüngste Umfrage wurden im Januar knapp 250 Konjunkturbeobachter befragt.

Das Klima verschlechterte sich in allen Ländern des Euro-Raums. Insbesondere in Belgien, Spanien, Irland, Österreich und Griechenland dürfte sich das Wirtschaftswachstum in den kommenden Monaten verlangsamen, schreibt das Ifo-Institut. Auch in Deutschland, Finnland und den Niederlanden sei der Optimismus zurückgegangen. Die aktuelle Wirtschaftslage werde hier jedoch weiterhin sehr positiv bewertet. In Italien und Frankreich sei dagegen das Urteil über Lage und Erwartungen für das erste Halbjahr 2008 schwächer als zuvor.

Dass die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung im ersten Halbjahr getrübt bleiben, hatte das Münchener Ifo-Institut bereits im Januar in seiner gemeinsamen Konjunkturprognose mit der französischen Statistikbehörde Insee und dem italienischen Institut Isae vorhergesagt. Die anhaltenden Turbulenzen auf den Finanzmärkten sowie die hohe Inflation, die auch aus dem starken Anziehen der Ölpreise resultiere, verschlechterten die Aussichten, schrieben sie damals. Sie erwarten, dass das reale BIP im in den ersten beiden Quartalen des neuen Jahres um jeweils 0,4 Prozent steigen wird.

Die Inflation, erwarten die Befragten, dürfte im Jahresdurchschnitt bei 2,5 Prozent liegen - und damit deutlich über der von der Europäischen Zentralbank (EZB) anvisierten Zielmarke von zwei Prozent. Die Leitzinsen dürften, so schätzen es die befragten Experten ein, im Laufe der nächsten sechs Monate zurückgehen, während die Kapitalmarktzinsen annähernd stabil bleiben dürften.

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