Wirtschaftskrise: Ifo-Chef prophezeit schwerste Krise seit 1945

Wirtschaftskrise
Ifo-Chef prophezeit schwerste Krise seit 1945

Krisenprognose: Nach Ansicht von Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchner Ifo-Instituts, steckt Deutschland in der schwersten Rezession seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Ökonom sieht selbst für das Jahr 2010 noch schwarz.

HB DÜSSELDORF. Der Präsident des Münchner ifo Instituts, Hans-Werner Sinn, hat für die deutsche Wirtschaft die schwersten Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs prognostiziert. Der Ökonom sagte der "BILD"-Zeitung: "Die deutsche Wirtschaft steht vor der schwersten Rezession der Nachkriegsgeschichte. Auch für das Jahr 2010 sehen wir noch keinen Aufschwung." Die Wirtschaftsleistung werde 2009 um mindestens zwei Prozent schrumpfen.

Sinn rechnet auch mit einer negativen Entwicklung am Arbeitsmarkt: «Die Arbeitslosigkeit wird bis zum Dezember um eine halbe Million steigen», sagte der ifo-Präsident. 2010 könnten demnach sogar vier Millionen Menschen arbeitslos sein. Einziger Lichtblick sei die Inflation: Wegen des Ölpreis-Einbruchs sinke laut Sinn die Teuerungsrate 2009 im Schnitt auf 0,9 Prozent.

Die meisten seiner Kollegen sind da wesentlich optimistischer. Wie viele andere führende Ökonomen glaubt beispielsweise auch der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, dass der Abschwung keineswegs so dramatisch ausfallen wird wie allgemein befürchtet. Im "Tagesspiegel" sagte er, der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im neuen Jahr werde voraussichtlich weniger als drei Prozent betragen. Ab Mitte 2009 werde es wieder bergauf gehen, und 2010 werde sich die Besserung festigen. Allerdings werde es bis dahin "einige Hunderttausend Arbeitslose mehr" geben.

Es sei allerdings ein Irrglaube, dass der Staat sich kurzfristig gegen den Abschwung stemmen könne, betonte Zimmermann noch einmal. Die Rezession beschleunige überfällige Reformen und führe dazu, dass sich ganze Branchen besser aufstellten.

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