Wirtschaftskrise
IWF: Wachstums in China halbiert sich

Angesichts der Wirtschaftskrise hat der Internationale Währungsfonds (IWF) vor einem starken Wachstumseinbruch in China gewarnt. Die erfolgsverwöhnte Wirtschaft werde im kommenden Jahr wohl nur noch um fünf Prozent zulegen, sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn.

HB MADRID. Laut IWF dürfte 2008 das Wachstum noch bei knapp zehn Prozent liegen. „Es besteht eine reale Möglichkeit einer globalen Rezession, wir erkennen, dass irgendetwas getan werden muss“, sagte der IWF-Chef in Madrid.

Auch schwache Daten aus Chinas Industrie deuten auf einen massiven Einbruch des Wachstums hin. Im November stellten die Betriebe gerade noch 5,4 Prozent mehr her als vor einem Jahr, wie das nationale Statistikamt mitteilte. Mit Ausnahme des chinesischen Neujahrsfestes war das Wachstum noch nie seit 1999 geringer, als erstmals monatliche Daten zur Produktion erhoben wurden. „Der Arbeitsmarkt wird im nächsten Jahr sehr schwierig werden, beeinflusst von der internationalen Finanzkrise“ zitierte die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua Chinas Präsident Hu Jintao.

Grund zur Sorge liefern vor allem die Details: So drosselten die Kraftwerksbetreiber ihre Produktion um 9,6 Prozent, die Firmen, die sich auf das Exportgeschäft konzentrieren, stellten 5,2 Prozent weniger her. „Das nächste Jahr wird hart“, sagte Qi Jinmei vom amtlichen State Information Centre in Peking. Ben Simpfendorfer von der Royal Bank sieht in einem Wachstum von fünf Prozent in der ersten Jahreshälfte 2009 „Realität und nicht mehr nur ein Risiko“.

Die Regierung in Peking hält ein Wachstum von acht Prozent für nötig, um genügend Arbeitsplätze für Millionen von neu auf den Markt drängenden Chinesen zu schaffen und so Unruhen zu verhindern. Um die Wirtschaft anzukurbeln, legte China im vergangenen Monat ein Konjunkturpaket im Volumen von umgerechnet gut 430 Milliarden Euro auf. Zudem senkte die Notenbank ihren Leitzins in mehreren Schritten um 1,89 Prozentpunkte. Zuletzt war es immer wieder zu Unruhen und Massenprotesten von entlassenen Fabrikarbeitern gekommen.

Im Oktober noch hatten die chinesischen Industriebetriebe ihren Ausstoß um 8,2 Prozent gesteigert. Experten hatten für November mit einem Wachstum von 7,1 Prozent gerechnet.

Der Internationale Währungsfonds rief zudem die EU und die nationalen Regierungen zu stärkeren Anstrengungen im Kampf gegen die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise auf. Das von der Europäischen Union aufgelegte Konjunkturprogramm im Umfang von 1,5 Prozent der Wirtschaftsleistung reiche bei weitem nicht aus, sagte IWF-Chef Strauss-Kahn am Montag in Madrid. 2009 werde ein „sehr schweres Jahr“ werden.

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