Wirtschaftskrise
Japans Maschinenbau bricht ein

Japans Maschinenbauaufträge sind im Januar angesichts wegbrechender Exporte im vierten Monat in Folge auf den tiefsten Stand seit fast 22 Jahren gesunken. Eine so lange Durststrecke hat die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt noch nie zuvor verzeichnet.

HB TOKIO. Wie die Regierung bekanntgab, belief sich die Höhe der Auftragseingänge mit Ausnahme des Schiffbaus und von Stromversorgern auf saisonbereinigt 718,3 Mrd. Yen (5,7 Mrd. Euro); das sind 3,2 Prozent weniger als im Vormonat. Analysten hatten allerdings im Durchschnitt ihrer Prognosen mit einem noch deutlicheren Rückgang von etwa fünf Prozent gerechnet. Die Auftragsdaten gelten als ein wichtiger Indikator für Investitionen der japanischen Unternehmen in den nächsten drei bis sechs Monaten.

So schlecht sahen die Auftragsbücher der japanischen Maschinenbauer seit Mai 1987 nicht mehr aus, als sich die Orderhöhe auf 695,5 Mrd. Yen belaufen hatte. Eine deutliche Besserung ist vorerst nicht in Sicht. Die Maschinenaufträge aus dem Ausland, die als ein Gradmesser für Japans Exportaussichten gelten, verzeichneten in Folge der Weltwirtschaftskrise dabei einen Rekordrückgang von 49 Prozent. Im Vergleich zum gleichen Vorjahresmonat waren es 71,2 Prozent. Insgesamt belief sich der Auftragsrückgang im Maschinenbau zum Vorjahr auf unbereinigt 39,5 Prozent, wie das Kabinettsbüro mitteilte. Vor allem die Stahl- und die Automobilbranche erteilten angesichts der globalen Absatzkrise deutlich weniger Aufträge.

Japans Exporte waren angesichts der globalen Wirtschaftskrise im Januar um 46,3 Prozent eingebrochen. Als Folge verzeichnete das stark exportabhängige Land erstmals seit 13 Jahren ein Defizit in der Leistungsbilanz.

Angesichts dieser Lage sind Japans Industriekonzerne gezwungen, ihre Produktion drastisch zu drosseln. Nach Berechnungen des Nomura Securities Financial and Economic Research Centers in Tokio dürften die Vorsteuergewinne von 348 großen japanischen Unternehmen außerhalb des Finanzsektors im Ende März ablaufenden Geschäftsjahr 2008/2009 um zusammengenommen 61,1 Prozent zurückgehen.

Die Weltwirtschaft wird in diesem Jahr nach Einschätzung der Weltbank erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg schrumpfen. Vor diesem Hintergrund beraten Japans Koalitionsparteien derzeit weitere Stimulierungsmaßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft. Wegen seiner hohen Exportabhängigkeit ist Japan besonders von der Krise betroffen.

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