Wirtschaftskrise
Schweiz und Südkorea senken Leitzins erneut

Die Welle der Zinssenkungen rollt weiter: Die Schweizer Notenbank hat ihren Leitzins um einen halben Prozentpunkt gesenkt, und Südkoreas Notenbank vollzog die größten Zinssenkung ihrer Geschichte. Die Zentralbank in Seoul sieht das Land am „Rande eines Ausnahmezustandes“.

HB ZÜRICH/SEOUL. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) lockert ihre Geldpolitik angesichts der deutlichen Abschwächung der Weltwirtschaft weiter. Die Notenbank senkt nach Angaben vom Donnerstag ihren Leitzins um 50 Basispunkte auf 0,5 Prozent. Das Zielband für ihren Referenzsatz Dreimonats-Libor reicht neu von Null bis 1,0 Prozent und die Notenbank strebt die Mitte an.

In den vergangenen zwei Monaten hat die SNB den Leitzins damit in vier Schritten um insgesamt 2,25 Prozent zurückgenommen.

Die SNB rechne für 2009 mit einer Schrumpfung der Schweizer Wirtschaft um 0,5 bis ein Prozent. Wegen der ungünstigen Konjunkturaussichten und des Rückgangs der Erdölpreise werde die Teuerung im kommenden Jahr deutlich sinken und dann auf tiefem Niveau verharren. Die Nationalbank rechnet neu mit einer durchschnittlichen Teuerung von 0,9 Prozent im Jahr 2009 und von 0,5 Prozent im Jahr 2010.

Dank der Verbesserung der Teuerungsaussichten verfüge die SNB über Spielraum, den sie mit Entschlossenheit nutze. Mit der erneuten Senkung des Libor-Zielbandes wolle sie das Risiko einer weiteren Verschlechterung der Lage verringern und die Wirtschaftsentwicklung stützen. „Die Nationalbank wird die Entwicklung der internationalen Konjunktur, der Finanzmärkte und des Devisenmarktes weiterhin aufmerksam beobachten. Sollte es die Situation erfordern, wird sie erneut Massnahmen ergreifen“, hieß es.

Südkoreas Notenbank reagierte mit der größten Zinssenkung ihrer Geschichte auf die dramatische Wirtschaftslage reagiert. Der Leitzins wurde auf drei von vier Prozent zurückgenommen und ist damit so niedrig wie noch nie, teilte die Zentralbank am Donnerstag in Seoul mit. „Wir befinden uns am Rande eines Ausnahmezustandes, die zu noch drastischeren Handlungen führen könnte“, deutete Notenbankchef Lee Seong-tae weitere Senkungen hat. Auch die direkte Vergabe von Darlehen werde wegen der drohenden Kreditklemme erwogen.

Der Leitzins wurde seit Oktober bereits vier Mal gesenkt. Damals lag er noch bei 5,25 Prozent. Das exportabhängige Land steuert zum ersten Mal seit der Asienkrise vor zehn Jahren auf eine Rezession zu. Südkorea leidet unter der weltweit sinkenden Nachfrage infolge der Finanzkrise. Asiens viertgrößte Volkswirtschaft machen außerdem die hohe Auslandsverschuldung, die Abwertung der Währung und Kapitalabflüsse zu schaffen.

Für dieses Jahr wird noch ein Wirtschaftswachstum von 4,5 Prozent erwartet. Einige Ökonomen gehen davon aus, dass die Wirtschaft 2009 schrumpfen wird. Die Notenbank will am Freitag neue Prognosen veröffentlichen.

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