Wirtschaftskrise
Weltbank: Handelsschranken wachsen

Dem Protektionismus hatten die G20-Länder auf dem letzten Treffen eigentlich abgeschworen. Nun aber stellt Weltbank-Chef Robert Zoellick fest, dass seit dem Gipfel fleißig neue Handelsbeschränkungen aufgebaut worden sind. Das ist den USA offenbar nicht entgangen. Amerika hat nun eine Offensive für mehr Handel angekündigt.

HB WASHINGTON. Fast die Hälfte der G20-Länder setzen laut Weltbank in der Krise auf Handelsbeschränkungen. Neun Länder hätten seit dem G20-Treffen vor weniger als drei Wochen insgesamt 23 solcher Maßnahmen verhängt oder zögen sie in Erwägung, sagte Weltbank-Chef Robert Zoellick am Donnerstag in Washington. Die Gefahr des Protektionismus wachse unter dem politischen Druck der Krise. Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) haben die Weltbank beauftragt, den Aufbau neuer Handelsschranken zu melden. Die Namen der Länder nannte die Weltbank bisher nicht.

Die US-Regierung hat indes eine Offensive zur verstärkten Öffnung ausländischer Märkte versprochen. Sie will auch Protektionismus bei ihren Schritten gegen die Rezession vermeiden, wie der US-Handelsbeauftragte Ron Kirk in Washington weiter sagte. Er betonte aber zugleich, dass Maßnahmen zum Schutz der US-Partner bei jedweden neuen Handelsverträgen ein „Schlüsselelement“ sein würden.

Auf Eis gelegte Vereinbarungen mit Panama, Kolumbien und Südkorea werden nach Kirks Worten mit Blick auf mögliche Änderungen noch von US-Präsident Barack Obama geprüft, bevor sie dem Kongress zur Abstimmung zugeleitet werden sollen.

Kirk kündigte „entschlossene“ Bemühungen an, den Handel im Fluss zu halten und mehr Märkte für amerikanische Waren und Dienstleistungen zu öffnen. „(Aber)unsere Bestrebungen, fair und frei Handel mit der Welt zu betreiben, müssen für die Amerikaner hier daheim in Ordnung gehen.“

Experten erwarten für dieses Jahr einen rasanten Rückgang des globalen Handels. Kirk warnte vor diesem Hintergrund vor der Versuchung, sich als Antwort auf die Weltwirtschaftskrise in die eigenen Märkte zurückzuziehen. „In Zeiten außergewöhnlicher Krisen ist es für die Menschen und Staaten schwer, objektiv zu bleiben“, sagte der Handelsbeauftragte. „Aber die Wahrheit ist, dass Arbeitsplätze kommen, wenn die Handelspolitik richtig ist.“

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