Wirtschaftsprognose EU-Kommission erwartet weiteres Krisenjahr

Die Wirtschaft im Euroraum wird auch 2013 in der Rezession bleiben, erwartet die EU-Kommission. Außerdem befürchtet sie, dass die Defizite in Frankreich und Spanien 2014 höher ausfallen als 2013.
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Trotz der zuletzt ermutigenden Signale für die Wirtschaft bleibt die EU-Kommission um Präsident Barroso pessimistisch für die Wirtschaftsaussichten. Quelle: Reuters

Trotz der zuletzt ermutigenden Signale für die Wirtschaft bleibt die EU-Kommission um Präsident Barroso pessimistisch für die Wirtschaftsaussichten.

(Foto: Reuters)

BrüsselDie europäische Wirtschaft wird nach Erwartung der EU-Kommission ein weiteres Krisenjahr erleiden. Die Wirtschaftsleistung der Eurozone wird in diesem Jahr um 0,3 Prozent schrumpfen und somit in der Rezession verharren, wie die EU-Kommission am Freitag in Brüssel im Rahmen ihrer neuen Wirtschaftsprognose berechnete. Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone steigt demnach auf 12,2 Prozent und damit auf ein neues Rekordhoch.

Die Schwäche der europäischen Wirtschaft am Ende des vergangenen Jahres habe für 2013 einen schwachen Start verursacht, erklärte die EU-Kommission. Zudem werde sich die Erholung langsamer einfinden als ursprünglich erwartet. Für die 17 Euro-Länder sagt die EU-Kommission nach einem Minus von 0,6 Prozent im vergangenen Jahr auch für 2013 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,3 Prozent voraus. Erst im kommenden Jahr erwarten die EU-Experten wieder ein Anspringen der Wirtschaft mit einem Plus von 1,4 Prozent.

In ihrer Konjunkturprognose vom Herbst war die EU-Kommission noch davon ausgegangen, dass die Wirtschaft der Eurozone sich in diesem Jahr wieder leicht erholt und ein Miniplus von 0,1 Prozent verzeichnet. Die Inflationsrate in der Eurozone sinkt demnach und liegt bei 1,8 Prozent in diesem und bei 1,5 Prozent im kommenden Jahr.

Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone steigt auf mehr als zwölf Prozent und somit auf ein neues Rekordhoch. Die Quote wird den Berechnungen aus Brüssel zufolge im laufenden Jahr bei durchschnittlich 12,2 Prozent liegen. Für das Jahr 2014 erwartet die EU-Kommission einen minimalen Rückgang auf 12,1 Prozent in den 17 Euro-Ländern. Im Herbst waren die EU-Experten noch davon ausgegangen, dass die Quote der Arbeitslosen in diesem und dem kommenden Jahr in der Eurozone knapp unter der Zwölf-Prozent-Marke bleibt.

Defizite in Spanien und Frankreich sollen steigen
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18 Kommentare zu "Wirtschaftsprognose: EU-Kommission erwartet weiteres Krisenjahr"

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  • Über den EURO und den Kurs der EU abstimmen - ich wünsche mir das auch. So viel Demokratie müßte sich ein Land in Mitteleuropa Anfang des 21. Jahrhunderts eigentlich leisten können. Aber die Ergebnisse, die sich daraus ergeben könnten, sind nicht erwünscht. Man müßte dann wieder so lange abstimmen lassen, bis das "richtige" Ergebnis herauskommt, wie in Irland. Das ist irgendwie immer lästig, deshalb läßt man es lieber ganz.

  • Die ganze EU ist eine Krise. Man hätte sie besser nie gesehen. Deutschland hätte hunderte Milliarden einsparen können. So zahlen wir Bürger heute für Pleiteländer, politischen Irrsinn und Bevormundungen indem man eine Verwaltungsdiktatur aufgebaut hat. Sie wird keinen Bestand haben.

  • Der Fiskalpakt diente doch nur dazu, den Abgeordeneten in Deutschland vorzugaukeln, es werde etwas gegen grenzenlose Verschuldung getan. Niemand hatte je vor, sich daran zu halten.

  • Erst wenn den Völkern Eurpas die "Angst" genommen ist und sie auf die Erpressung mit Geldverlust schei..en, dann hat der "EU in Brüssel" das Stündlein geschlagen. Aber noch lassen sich alle "Angst" einjagen und Brüssel bleibt an der Macht ...

  • Die EU-Kommission, so, so
    bestehend aus lauter hochrangigen "Fachleuten", denen heute einfällt, dass irgendwas nicht stimmt.
    Dieser Brüsserler Haufen stimmt nicht, so einfach ist das.

  • Mit neomaoistischen Pappnasen wie dem Barroso wird es wohl noch mehr als ein Krisenjahr geben. Und nebenbei bemerkt: Die "Krise" hat noch gar nicht ihren Höhepunkt erreicht, einen Höhepunkt, der geeignet sein könnte, dem Barroso, van Rompuy und dem Schulz den Garaus zu bescheren. Ihr könnt euch die Spitze der Krise gar nicht ausmalen - dazu fehlt es euch an Fantasie. Vielleicht auch ganz gut sol!


  • Und hiesige Hauskommentatoren haben doch recht.
    Die Schuldenblase öffnet sich langsam.

    Bankberater erzählen potentiellen Baranlegern weiter die Mär vom sicheren Hafen Euro, warnen vor Tagesgeldanlagen Konzern Renault ( konkursgefahr sic !). Lustig alles. Oh Deutschland, wo sind deine Bankeinlagen.

  • Eine Abstimmung über den Euro und den Verbleib in der EU wird es für das deutsche Volk leider nicht geben.

    Warum?

    Das Ergebnis steht jetzt schon fest:
    1) Austritt aus der EU!
    2) Rückkehr zur DM!

    Folgen aus vorgenannten Schritten:

    Chaos mit Anschlagsgefahren und extreme Armut in den europäischen Nachbarstaaten von Deutschland über mehrere evtl. viele Jahre.

    Die Deutschen müssten das Grundgesetz ändern, um den Zuzug von Armutsflüchtlingen zu erschweren.

    Der Hass gegenüber Deutschland würde sich erneut steigern. An die Verunglimpfungen unserer Politiker in Griechenland, Italien etc. mit Symbolen aus vergangener Zeiten sind wir schon gewöhnt und lassen uns vollkommen kalt.

    In Griechenland etc. müsste der eine oder andere Bauer vom modernen Traktor/PKW wieder auf den Eselkarren umsteigen, Bilder aus vergangenen Urlaubszeiten, welche ich noch gut in Erinnerung habe, würden uns wieder begegnen.

    Die deutschen Urlauber und (DM) Devisenbringer wären nach einiger Zeit in den Südstaaten der EWG wieder sehr geschätzt. Nach etwa 10-15 Jahren würden sich die Wogen langsam glätten.

    Das größte Hindernis einer Volksabstimmung ist der Verlust der "gemütlichen Arbeitsplätze in Brüssel" (incl. Rentenversorung).

    Stellen Sie sich z. B. vor, Martin Schulz (ohne Abi), seit Januar 2012 Präsident des Europäischen Parlamentes, müsste wieder in seinen erlernten Beruf als Buchhändler zurückkehren. http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Schulz#Ausbildung_und_Beruf

    Oder Günther Oettinger, EU-Kommissar für Energie, müsse sich wieder in die Niederungen Juristei begeben. http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnther_Oettinger#EU-Kommissar_f.C3.BCr_Energie

    Weitere Beispiele gibt es massenhaft. Nach einer voraussichtlichen Auflösung der EU in Brüssel hätten viele Länder Europas „sogenannte Hartz-4-Politiker“ zu versorgen.

    Kein Politiker schlachtet die Kuh, welche ihn……….

  • Zeitgleich mit der Rede des Bundespräsidenten erscheint auf dem europäischen Parkett der von keinem Wähler gewählte Herr Barroso und ermuntert seine EUropäer durchzuhalten.

    Nein, seit dem gleichgeschalteten Finanzgebaren, an dem sich einige so vortreffliche selbst bedienen, hier bekommt der Ausdruck Hilfe durch Selbsthilfe eine ganz andere Bedeutung, daran kann sich EUropa im Ernst nicht messen wollen.

    Im Grunde genommen bleibt der EU-Haushalt so etwas Ähnliches wie ein Schattenhaushalt nationaler Befindlichkeiten und jeweils mit 51 GoldMANsternen in der Flagge.

    Für mich läuft die Uhr sowohl in Deutschland und EUropa irgendwie ab. Die USA, nein danke, selbst bei geschenktem Paß.

  • Frankreich reißt Schuldenobergrenze.
    Das ist ja eine völlig neue Erkenntnis!
    Seit Hollande ist "La Grande Nation" der kranke Mann Europas. Und warum das so ist, sagte Taylor (Chef des US-Konzerns Titan) in aller Deutlichkeit.

    "... schrieb Titan-Chef Maurice M. Taylor: Ich habe diese Fabrik mehrfach besucht. Die französischen Arbeitnehmer bekommen hohe Löhne, arbeiten aber nur drei Stunden. Sie haben eine Stunde für ihre Pausen und für ihr Mittagessen, diskutieren drei Stunden lang und arbeiten drei Stunden. Er habe das auch den Gewerkschaften gesagt. Die hätten ihm geantwortet: "So ist das in Frankreich!"."

    Und daran wird sich unter dem Sozialisten Hollande auch nichts ändern!
    Aber die gesamte EU ist in ihrer heutigen Form ein Fehlkonsrukt. In ihrem "Erweiterungswahn" wurden/werden Länder aufgenommen, die einfach nicht hinzupassen. Und dann noch diese "Mißgeburt Eurozone"! Hier wurden Länder mit vollkommen unterschiedlicher Mentalität und Wirtschaftskraft "zwangsvereinigt". Und wir wurden nicht einmal gefragt. (das war sogar gesetzlich verboten)!
    Und jetzt "dürfen" wir für die "Schuldenländer" - vor allem den ClubMed - zahlen!

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