Wirtschaftsstimmung hellt sich auf
Ifo-Geschäftsklimaindex leicht verbessert

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im April weiter verbessert. Der wichtige Ifo-Geschäftsklimaindex ist überraschend leicht gestiegen. Und die Aussichten bleiben gut.
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BerlinTrotz der wiederaufgeflammten Schuldenkrise in Europa hat sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft den sechsten Monat in Folge aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex legte im April überraschend zu - wenn auch nur minimal um 0,1 auf 109,9 Zähler. Damit kletterte das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer auf den höchsten Stand seit Juli 2011, teilte das Münchner Ifo-Institut am Freitag mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen einen Rückgang auf 109,5 Punkte erwartet. „Die deutsche Wirtschaft zeigt sich widerstandsfähig“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Der Euro legte leicht zu. Auch der Dax legte zu. „Es zeigt sich einmal mehr, in welch guter Verfassung sich die Unternehmen in Deutschland befinden“, sagte Deka-Bank-Experte Andreas Scheuerle. „Deutschland hält in der Schuldenkrise die Fahne hoch“, meint Jana Meier von HSBC Trinkaus.

Besonders in der Industrie gaben sich die Firmenchefs optimistischer. „Der Treiber ist eindeutig die Industrie“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe zu Reuters. „Die Nachfrage kommt vor allem aus dem Inland. Viele Anleger investieren in Deutschland, Deutschland wird als sicherer Hafen betrachtet.“ Trotz steigender Preise beurteilten auch die Einzelhändler sowohl ihre Geschäftslage als auch ihre Aussichten besser. „Die Verbraucher kaufen weiter ein“, sagte Wohlrabe. Die Inflation hemme den Konsum noch nicht. Im Großhandel trübte sich die Stimmung dagegen ebenso wie in der Baubranche ein, während sie bei den Dienstleistern stabil blieb.

Die 7000 befragten Manager schätzten die Aussichten für die kommenden sechs Monate genauso gut ein wie zuletzt. Das Barometer verharrte bei 102,7 Punkten. Experten hatten hier einen Rückgang auf 102,5 Zähler vorausgesagt. Die Geschäftslage wurde etwas besser eingeschätzt. Dieser Index kletterte von 117,4 auf 117,5 Punkte. Hier waren 117,0 Punkte erwartet worden.

Sorgen um die kriselnden Euro-Staaten Spanien und Italien haben zuletzt für Unruhe an den Finanzmärkten gesorgt. Ungeachtet der erwarteten Rezession im Euro-Raum sagen die führenden Forschungsinstitute der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum von 0,9 Prozent vorher. 2013 soll es sich auf zwei Prozent beschleunigen. In diesem Zeitraum sollen rund 800.000 neue Jobs entstehen.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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