Wirtschaftswachstum bei 0,5 Prozent
Konjunkturerholung macht Fortschritte

Die Erholung der Konjunktur hat in Deutschland dank starker Exporte auch im zweiten Quartal 2004 Fortschritte gemacht. Im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres wurde beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) saison- und kalenderbereinigt ein reales Plus von 0,5 Prozent verzeichnet, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit und bestätigte damit frühere Angaben.

HB WIESBADEN. „Die private Nachfrage ist und bleibt die Achillesferse des deutschen Wachstums. Aber vielleicht ist auch dort Besserung in Sicht“, sagte DZ-Bank-Volkswirt Bernd Weidensteiner am Dienstag zu den BIP-Detaildaten des Statistischen Bundesamtes. Im Gegensatz zum Außenhandel blieb die inländische Verwendung mit einem minimalen Rückgang um 0,1 % annähernd unverändert. Analysten werteten vor allem die schwache Entwicklung der Investitionen als Anzeichen dafür, dass die Firmen mit ihren Ausgaben bisher noch zögern und der Impuls vom Export noch nicht im Inland angekommen ist.

Wie die Statistiker bereits vor knapp zwei Wochen mitgeteilt hatten, war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den Monaten April bis Juni um 0,5 % zum Vorquartal gewachsen. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2003 legte die Wirtschaftsleistung um zwei Prozent zu. Im ersten Halbjahr lag das Defizit des Staates im Verhältnis zum BIP bei 4,0 % und damit klar über der EU-Defizit-Grenze von 3,0 %.

Der Export war erneut fast einziger Wachstumstreiber. Nach Angaben des Amtes legten die Ausfuhren um 3,2 % zum Vorquartal zu, die Importe dagegen nur um 2,2 %. Damit leistete der Außenhandel einen Wachstumsbeitrag von 0,5 %punkten. Zum Vorjahresquartal kletterten die Exporte sogar um gut 13 %. „Um den Export würde ich mir keine große Sorgen machen. Die Ausfuhren werden nicht mehr ganz mit dem starken Tempo des ersten Halbjahres steigen, aber sich weiter positiv entwickeln“, sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. Die entscheidende Frage sei hingegen: „Kommt jetzt irgendwann die Inlandsnachfrage? Hier ist die schwache Entwicklung der Ausrüstungsinvestitionen erst einmal kein gutes Zeichen.“ Die Investitionen blieben nur auf dem Niveau des Vorquartals.

Die privaten Konsumausgaben stiegen im Vergleich zum Jahresanfang real um 0,1 % und damit zum ersten Mal seit Anfang 2003. Die Konsumausgaben des Staates legten um 0,3 % zu und lieferten einen Wachstumsbeitrag von 0,1 %punkten. Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank nannte den Trend beim privaten Konsum weiter schwach: „Hintergrund dürfte die Verunsicherung über weitere wirtschaftliche Entwicklung und weitere Reformen sein.“ Die meisten Volkswirte wie auch die Bundesregierung rechnen in diesem Jahr mit einem Wachstum von 1,5 bis zwei Prozent.

Im ersten Halbjahr lag das Defizit des Staates im Verhältnis zum BIP bei 4,0 % und somit klar über der EU-Defizit-Grenze von 3,0 %. Damit seien aber keine Rückschlüsse auf die Defizitquote für das Gesamtjahr möglich, erklärten die Statistiker. Deutschland hat die Marke bereits 2002 und 2003 überschritten und wird dies auch 2004 tun. Die Bundesregierung hält an ihrem Ziel fest, das Defizit im kommenden Jahr unter die drei Prozent zu senken, hat dies aber bereits als schwierig bezeichnet.

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