Wirtschaftswachstum
Bundesbank erwartet starkes 3. Quartal

Nach der Flaute im Frühjahr erwartet die Bundesbank im dritten Quartal einen kräftigen Anstieg der Wirtschaftsleistung. Der private Konsum dürfte „spürbar zulegen“, ebenso Industrie- und Bauproduktion, heißt es.
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BerlinDer deutschen Wirtschaft droht nach Einschätzung der Bundesbank ein konjunkturelles Auf und Ab. Nach der Flaute im Frühjahr sei im dritten Quartal „mit einem kräftigen Anstieg der Wirtschaftsleistung zu rechnen“, schrieb sie am Montag in ihrem Monatsbericht. Der private Konsum dürfte „spürbar zulegen“, ebenso Industrie- und Bauproduktion. Das hohe Tempo lässt sich aber voraussichtlich nicht halten. „Die mittelfristigen Aussichten haben sich in letzter Zeit bei erhöhter Unsicherheit stärker eingetrübt als zuvor erwartet“´, warnen die Bundesbanker mit Blick auf die heftigen Kurseinbrüche an den Aktienmärkten. 

Im zu Ende gehenden Sommerquartal halten die meisten Experten ein Wachstum von einem halben Prozent und mehr für möglich, nachdem es im Frühjahr wegen sinkender Konsumausgaben nur zu einem Plus von 0,1 Prozent gereicht hatte. Nach Prognose der Industriestaaten-Organisation OECD könnte das Bruttoinlandsprodukt am Jahresende dann erstmals seit Anfang 2009 wieder schrumpfen. Vor allem in der Industrie zeichnet sich für die kommenden Monate wegen der weltweiten Konjunkturabkühlung eine langsamere Gangart ab: Ihre Auslandsaufträge brachen im Juli mit 7,4 Prozent so stark ein wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. 

Für 2011 halten führende Wirtschaftsinstitute ein Wachstum von knapp drei Prozent für möglich. Für 2012 rechnen das Kieler IfW und das IWH Halle nur noch mit einem Plus von 0,8 Prozent, weil vor allem die Schuldenkrise in Europa und die schlappe US-Konjunktur die Nachfrage nach deutschen Waren dämpfen dürften. Die Forscher schließen eine Rezession nicht aus.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wirtschaftswachstum: Bundesbank erwartet starkes 3. Quartal"

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  • Gabs zum Frühstück Wodka? Wie soll denn der Konsum "spürbar" zulegen, wenn die Reallöhne nur um 0,6 gestiegen sind ?

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