Wirtschaftswachstum in Deutschland
„Die Großwetterlage ist phantastisch“

Zwei weitere Konjunktur-Institute sorgen für gute Stimmung: Sowohl das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) als auch das Münchener Ifo-Institut erhöhen ihre Wachstums-Prognose. Beim Thema Arbeitslosigkeit jedoch, sind sie sich nicht einig.

HB ESSEN. Das RWI und das Ifo-Institut rechnen mit einem Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent im kommenden Jahr – entgegen früheren Aussagen, in denen 1,7 Prozent prognostiziert wurden. „Die deutsche Wirtschaft erlebt derzeit den kräftigsten Aufschwung seit dem New-Economy-Boom der Jahre 1999/2000“, sagten die Experten des RWI am Donnerstag. Die Aussichten, dass sich der Aufschwung im neuen Jahr fortsetze, seien günstig. Allerdings werde die Besserung am Arbeitsmarkt an Schwung verlieren.

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sagte am Donnerstag in München: „Die Großwetterlage ist phantastisch“. Die Konjunktur werde trotz Mehrwertsteuererhöhung 2007 und 2008 in Schwung bleiben. Entgegen dem RWI erwartet er einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. In diesem Winter werde es keine fünf Millionen Arbeitslose geben, denn die Bauwirtschaft habe zuletzt vom warmen Wetter profitiert. Auch in anderen Branchen entstünden neue Jobs. Im Jahresschnitt werde die Zahl der Arbeitslosen 2007 voraussichtlich um 380 000 auf gut 4,1 Millionen sinken – im Vergleich zu 4,8 Millionen im Vorjahr.

Die deutsche Wirtschaft profitiere derzeit insbesondere von einer Belebung der Inlandsnachfrage, betonten die Experten des RWI. Treibende Kraft seien dabei die Ausrüstungsinvestitionen mit einem Plus von 7,8 Prozent. Doch auch die Bauinvestitionen lägen nach einem fast zehn Jahre währenden Rückgang erstmals wieder deutlich im Plus. Dagegen seien die privaten Konsumausgaben schwach geblieben.

Ein ähnliches Bild erwartet das RWI für das kommende Jahr. Die Auftragsbücher der Unternehmen seien gut gefüllt und die Investitionstätigkeit werde durch die gestiegene Kapazitätsauslastung angeregt. Allerdings werde sich das Wirtschaftswachstum, dass 2006 etwa 2,5 Prozent betrage, nicht zuletzt wegen der Steuererhöhungen auf 1,9 Prozent verlangsamen. Zunächst hatte des Institut sogar nur 1,7 Prozent für das kommende Jahr erwartet. Die jahresdurchschnittlich Arbeitslosenquote wird nach Einschätzung der Experten mit 9,5 Prozent erstmals wieder unter die Zehn-Prozent-Marke sinken.

Vor wenigen Tagen hatte auch das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) seine Wachstumsprognose für das kommende Jahr kräftig von 1,0 auf 2,1 Prozent angehoben. Ein Ende des Aufschwungs ist derzeit noch nicht in Sicht. „Der Aufschwung setzt sich fort bis ins Jahr 2008.“

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