Wirtschaftswachstum: Institut senkt Deutschland-Prognose

Wirtschaftswachstum
Institut senkt Deutschland-Prognose

Wegen der weltweiten Risiken senkt das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) jetzt seine Wachstumsprognose für Deutschland. Zunehmende Sorgen bereitet den Hamburger Volkswirten auch der wachsende Inflationsdruck.
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HamburgDas Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) hat seine Wachstumsprognose für Deutschland leicht nach unten korrigiert und erwartet in diesem Jahr eine Zunahme der Wirtschaftsleistung von 2,3 Prozent. Zuvor hatte das HWWI mit 2,5 Prozent gerechnet. Als Begründung nennt das Institut die steigenden Preise für Energie und andere Rohstoffe sowie die Unsicherheiten durch die Unruhen im arabischen Raum. Die Naturkatastrophe in Japan werde dagegen diedeutsche Konjunktur kaum beeinflussen.

Diese Aussage gelte zum gegenwärtigen Zeitpunkt, betonte HWWI-Konjunkturchef Michael Bräuninger am Dienstag. Für den Fall einer nuklearen Katastrophe im Großraum Tokio lasse sich keine Vorhersage treffen. "Das entzieht sich ökonomischen Bewertungen; das kann und will ich nicht abschätzen", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Japan ist kein bedeutender Importeur deutscher Waren; das Land hat im Gegenteil seine Märkte in der Vergangenheit eher abgeschottet. Bräuninger glaubt auch nicht, dass die wirtschaftliche Entwicklung in China nachhaltig beeinflusst wird, obgleich von dort knapp zwölf Prozent der japanischen Importe stammen. Umgekehrt sei der Anteil der chinesischen Exporte nach Japan geringer. China und Japan sind die zweit- und drittgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Die deutsche Wirtschaft wird nach den Erwartungen des HWWI in diesem Jahr das Vorkrisenniveau wieder erreichen und übertreffen. Die gute Arbeitsmarktlage mit einem Höchststand der Beschäftigung gebe auch binnenwirtschaftlich Auftrieb. Sorgen bereitet den Hamburger Volkswirten jedoch der zunehmende Inflationsdruck. Nachdem die Preise auf den vorgelagerten Stufen schon seit geraumer Zeit kräftig gestiegen seien, habe die Inflationsrate nun auch in Deutschland und im Euroraum die Stabilitätsschwelle von zwei Prozent überschritten. Das koste Kaufkraft und dämpfe die Konjunktur, würge sie aber nicht ab.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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