Wirtschaftswachstum
IWF sieht Deutschland unter Schlusslichtern

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für dieses Jahr weltweit wieder ein robustes Wirtschaftswachstum. Wie bereits in den vergangenen Tagen durchsickerte, nimmt Deutschland unter den Industrieländern allerdings einen der hinteren Plätze ein. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

HB WASHINGTON. Weltweit sei mit einem Plus von 4,9 Prozent zu rechnen, nach 5,4 Prozent 2006, heißt es im heute offiziell veröffentlichten neuen Weltwirtschaftausblick (WEO) des IWF. Für die USA als größte Volkswirtschaft erwartet der IWF im kommenden Jahr mit 2,8 Prozent wieder ein höheres Wachstumstempo. Deutschland sieht der Fonds indes mit 1,9 Prozent wieder unter den Schlusslichtern, auf gleicher Höhe mit Japan, aber vor Italien. Großbritannien werde um 2,7 Prozent zulegen, Frankreich um 2,4 Prozent.

Der IWF ist mit seinem Ausblick für dieses Jahr pessimistischer für Deutschland als deutsche Konjunkturforscher und Banken- Volkswirte. Diese erwarten meist ein Plus von zwei Prozent und mehr.

Während sich Deutschland im vergangenen Jahr mit 2,7 Prozent Plus laut IWF dank starker Exportzuwächse und hoher Investitionen als Wachstumslokomotive im Euro-Raum hervorgetan habe, mache sich nun eine erwartete Konsumabkühlung durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer bemerkbar. Dieser Schritt werde auch die Inflation anheizen. Allerdings hob der IWF unter den entwickelten Ländern für dieses Jahr seine Prognose für Deutschland mit 0,6 Prozentpunkten so stark an wie sonst nur noch für Spanien.

Insgesamt bewerten die Experten des Fonds die Wirtschaftsentwicklung im Euro-Raum nach dem 1. Quartal 2007 als soweit „nachhaltig“. In Europa sieht der IWF Großbritannien mit 2,9 Prozent als Spitzenreiter beim Wirtschaftswachstum.

»  Der IWF-Weltwirtschaftsausblick

Der Fonds forderte die großen Industrieländer auf, das anhaltend kräftige Wachstum der Weltwirtschaft zu weiteren Strukturreformen zu nutzen. Der derzeitige Aufschwung mit seinem sicheren Fundament sei der geeignete Zeitpunkt, den Reformprozess voranzutreiben und das Wachstumspotenzial so nachhaltig zu stärken. Dabei bestehe die besondere Herausforderung darin, ausreichend neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. Breitere Bevölkerungsschichten müssten stärker von den Vorteilen des wachsenden Handels und neuer Technologien profitieren. Die Weltwirtschaft wird nach IWF-Einschätzung in diesem und dem nächsten Jahr um jeweils 4,9 Prozent wachsen und damit nur etwas langsamer als im vergangenen Jahr.

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