Wirtschaftsweiser
Bert Rürup geht zu Finanzmakler AWD

Der Wirtschaftsweise Bert Rürup wechselt in die Privatwirtschaft. Er werde bei dem Finanzdienstleister AWD die Aufgabe des Chefökonomen übernehmen, erfuhr das Handelsblatt am Mittwoch aus Unternehmenskreisen. Pikant: Rürup ist Erfinder der staatlich geförderten Rürup-Rente. AWD ist unter anderem auf die Vermittlung von Altersvorsorgeprodukten spezialisiert.

gof/doh/ink/ost/dri FRANKFURT/BERLIN. Er solle sich vor allem um die private und betriebliche Altersvorsorge kümmern. AWD-Chef Carsten Maschmeyer und Rürup wollen sich am Donnerstag offiziell äußern.

Der Ökonom soll im Februar 2009 sein Amt als Vorsitzender des Sachverständigenrates niederlegen und zwei Monate später als Chefökonom bei AWD starten. Damit gäbe er sein Amt in Wiesbaden ein Jahr vor dem offiziellen Ende seiner Berufungszeit ab. Rürup, der für eine Stellungnahme am Mittwoch nicht zu erreichen war, gehört dem Rat seit 2000 an, 2005 wurde er dessen Vorsitzender. Seit 1976 lehrt er an der Technischen Universität Darmstadt. Nach Ende des laufenden Semesters scheidet der Hochschullehrer, der kürzlich seinen 65. Geburtstag feierte, aus der Uni aus.

Bekanntheit hat Rürup über ökonomische Fachkreise hinaus durch die staatlich geförderte und nach ihm benannte Rürup-Rente erlangt. Er hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Vorträge für private Finanzdienstleister gehalten. So sprach er ab Anfang 2005 mehr als ein Dutzend mal über das Altersvorsorgegesetz auf Kundenveranstaltungen des AWD-Konkurrenten MLP.

Im Fokus von Rürups Tätigkeit bei AWD soll nun vor allem die Weiterentwicklung von entsprechenden Finanzprodukten und die Entwicklung von Zukunftsmärkten wie Russland und China stehen, hieß es. AWD hat beide Länder als entscheidende Wachstumsmärkte in den Blick genommen, weil dort die Altersvorsorge und die Entwicklung von Finanzdienstleistungen noch ganz am Anfang seien. Rürup war bereits im Sommer zusammen mit AWD-Chef Maschmeyer bei den Olympischen Spielen in China. Zudem ist er offizieller Berater der chinesischen Regierung beim Aufbau eines umfassenden Systems zur Alterversorgung.

Im Sachverständigenrat war der geplante Wechsel am Mittwoch nicht bekannt, hieß es. Er kenne zwar auch nur Gerüchte, sagte Ratsmitglied Wolfgang Franz dem Handelsblatt. „Ich kann es mir aber gut vorstellen – schließlich ist er sehr kenntnisreich und voller Tatendrang.“ DIW-Chef Klaus Zimmermann nannte Rürups Ausscheiden einen großen Verlust. „Aber ich kann es persönlich gut verstehen, dass man am Ende eines erfolgreichen Arbeitslebens auch monetär noch einmal etwas zulegen will.“

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