World Economic Outlook des IWF
Die Ängste der Weltökonomen

Der Internationale Währungsfonds hat seine Prognose für das globale Wachstum leicht nach oben korrigiert. Doch die Schuldenkrise und der Konflikt mit dem Iran belasten den Ausblick. Zum Durchatmen ist es noch zu früh.
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Washington/DüsseldorfNoch ist die Weltkonjunktur höchst zerbrechlich, warnt der Internationale Währungsfonds (IWF) in seiner am Dienstag veröffentlichten neuesten Prognose zur Weltwirtschaft (WEO). Gleichwohl ist der Fonds jedoch erstmals wieder vorsichtig optimistisch. Die Gründe: Eine leichte Belebung der Wirtschaft in den USA und das entschlossene Handeln Europas in der Eurokrise.

Die Wachstumsaussichten hat der IWF deshalb nach oben korrigiert. Um 3,5 Prozent werde die Weltwirtschaft in diesem Jahr wachsen, glaubt der Fonds - und damit 0,2 Prozent mehr als noch vor wenigen Monaten erwartet. 2013 soll die Weltkonjunktur dann um 4,1 Prozent zulegen.

Die beiden größten Risiken für die Weltkonjunktur sind aus Sicht des IWF auf kurze Sicht die Euro-Krise und ein möglicher Konflikt mit dem Iran. Die Angst vor einer Zuspitzung des Konflikts mit dem Iran könnte den Ölpreis stark in die Höhe treiben. Ein Anstieg des Ölpreises um 50 Prozent würde die Weltkonjunktur voraussichtlich 1,25 Wachstumspunkte kosten, schätzt der IWF.

Wie ernst die Lage in der Eurozone nach wie vor ist, zeigen Prognosen des IWF für die beiden großen Sorgenkinder der Eurozone Spanien und Italien. Grade Spanien steht derzeit an den Finanzmärkten besonders unter Druck, weil es sein mit der EU vereinbartes Defizitziel für 2011 klar verfehlt hat: Statt eines angestrebten Defizits von 6 Prozent, lag dieses bei 8,5 Prozent. Auch das geplante Defizit für 2012 von 4,4 Prozent hat die Regierung Rajoy inzwischen ohne Absprache mit der EU aufgegeben. Sie plant nun mit einem Defizit von 5,3 Prozent.

Die IWF-Experten halten das neue Defizitziel der Regierung in Madrid trotz der Skepsis der Märkte für „angemessen“. Den Ländern der Eurozone insgesamt empfiehlt der Fonds, die automatischen Stabilisatoren – wie z.B. Arbeitslosenversicherung und  Kurzarbeitergeld – wirken zu lassen, um Nachfrage und Wachstum zu stützen.

In Spanien erwartet der IWF in diesem Jahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent. 2013 soll die spanische Wirtschaft dann mit 0,1 Prozent wieder ganz leicht wachsen. Auch in Italien erwartet der IWF keine schnelle wirtschaftliche Erholung: Die italienische Wirtschaft soll dieses Jahr um 1,9 Prozent schrumpfen und 2013 um 0,3 Prozent.

Wesentlich positiver ist dagegen der Ausblick für Deutschland. Hier erwartet der Fonds im laufenden Jahr ein Wachstum von 0,6 Prozent – ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber der Prognose im Januar. 2013 könnte die deutsche Volkswirtschaft dann mit einem Wachstum von 1,5 Prozent zusätzlich Fahrt aufnehmen. Damit bewegt sich Deutschland klar über den Werten für den Euroraum. Die Eurozone wird nach Einschätzung des IWF 2012 ein Minuswachstum von 0,3 Prozent erleben. Im kommenden Jahr dann wächst sie nur bescheiden um 0,9 Prozent.

Den USA traut der Fonds dagegen 2012 wieder ein Wachstum von 2,1 Prozent zu (+ 0,3), 2013 sogar 2,4 Prozent. Auch Japan belebt sich um 0,4 Prozent auf zwei Prozent in 2012. Die Schwellenländer sieht der IWF im laufenden Jahr im Durchschnitt bei 5,7 Prozent Wachstum (+0,2) und 2013 bei sechs Prozent. Mit 8,2 (2012) und 8,8 Prozent (2013)

Markus Ziener ist Korrespondent in Washington.
Markus Ziener
Handelsblatt / Korrespondent
Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent

Kommentare zu " World Economic Outlook des IWF: Die Ängste der Weltökonomen"

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  • Man will gute Stimmung verbreiten, weil es miserabel läuft.
    Nur langsam werden die Bürger schlauer und durchschauen das Geschwätz. Und sie haben ein Gefühl im Bauch, das es mit Gelddrucken nicht gut gehen kann.
    und davor haben die Experten Angst, - die Macht der Strasse!!

  • Ich manage meinen Fonds lieber selbst.

  • Sind das die selben Experten die den Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 nicht gesehen haben. Die eine Abkoppelung der Finanz- von der Realwirtschaft als "Normal" ansehen. Sind das die Experten, die ganze Volkswirtschaften kaputt gespart haben. Sind das die Experten, die vorher alle bei irgendwelchen Investmentbanken gearbeitet haben.

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